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Beim Festival „Up and coming“: Zwei Kurzfilme aus dem Stadtgebiet unter den besten in Deutschland

Springer Nachwuchs auf der großen Leinwand

Springe/Eldagsen (ric). Die Streifen sind einfallsreich, ungewöhnlich, humorvoll, provokativ, eigenwillig – das Filmfestival „Up and coming“ in Hannover ist gestartet. Zwei Beiträge aus dem Springer Stadtgebiet haben es tatsächlich unter die Nominierten für den Deutschen Nachwuchsfilmpreis 2011 geschafft.

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1982 als bescheidenes Schülerfestival im Super-8-Format gestartet, ist „Up and coming“ heute Regisseuren aus aller Welt ein Begriff. Genau 2995 Bewerbungen gingen in diesem Jahr für das viertägige Filmfest bei den Organisatoren ein. Die Teilnehmer sind zwischen sieben und 27 Jahren alt. 107 Streifen haben es in die Endauswahl geschafft – sie werden parallel zu 113 internationalen Nominierten im Cinemaxx an der Nikolaistraße Zuschauern und Jurymitgliedern gezeigt.

Gleich am ersten Tag wurden gestern die Werke der Film-AG des Otto-Hahn-Gymnasiums und der Hortkinder der Eldagsener DRK-Kita Hermann Haertel gezeigt. „Das war eine ganz tolle Atmosphäre“, berichtet Monica Jordine von der Kita. Zusammen mit ihrer Kollegin Kerstin Brückner und sechs Schulkindern war sie in Hannover angereist. „Der Film ist gut angekommen“, sagt die Pädagogin. Erstaunt war die Jury, dass „Nachts im Zimmer“ in nur zwei Tagen während der Osterferien entstanden ist.

Schon einmal durfte das Team der Nachwuchscineasten aus der Gehlenbachstadt jubeln: Mit dem Legetrickfilm erreichte es einen ersten Platz beim Kurzfilmwettbewerb Filmklappe 2011. In einer Trickbox legten die Kinder Figuren wie bei einem Puzzle Stück für Stück zurecht, rückten die aus Spielzeugkatalogen ausgeschnittenen „Schauspieler“ immer millimeterweise vor und fotografierten sie hundertfach digital ab. Heraus kam ein sechsminütiger Film. In der Geschichte treffen alte und neue Spielzeuge in einem Kinderzimmer aufeinander und werden lebendig. Bei der Filmklappe gab‘s dafür ein dickes Lob von der Jury: Wertevermittlung und Filmbildung seien mit einer kindgerechten Story kombiniert worden.

Wesentlich zeitaufwendiger war die Produktion von „Versponnen“ – die Schüler der OHG-Film-AG unter der Leitung von Lehrer Wolfhardt Kaul investierten zwei Jahre für ihr neunminütiges Glanzstück. Es handelt von Kindern, die im Garten spielen, Luftschlösser spinnen – und im nächsten Moment in einer düsteren Zukunft aufwachen, nur noch wie Roboter und Schaufensterpuppen funktionieren. Der Streifen erreichte schon den zweiten Platz beim Niedersächsischen Schüler- und Jugendfilmfestival. Für die Innenszenen hatte sich die Gruppe um die Hauptdarsteller Catharina Kelting, Charlotte Mosen und Nils Funke fünf Tage lang im Völksener Hermannshof einquartiert. Grundschüler wurden für die Kinderrollen in Bennigsen gecastet. Paulina Döbbe, Norina Greuner und Veit Vogler wurden nominiert. Patrick Liebmann und Marvin Gouraud kümmerten sich um die Technik. Schüler Alexander Seelig komponierte die Musik. Die Jury in Uelzen sagte, „Versponnen“ habe sie umgehauen, so technisch gut und inhaltlich tiefgründig sei der Film.

Jetzt warten die beiden Springer Gruppen gespannt auf Sonntag: Um 11.30 Uhr werden die Sieger des Festivals gekürt, es winken Preisgelder und Stipendien. Die Schirmherrschaft für den Wettbewerb hat Bundespräsident Christian Wulff übernommen. Preisstifter ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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