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Springe sucht nach neuen Bau- und Gewerbegebieten

SPRINGE. Wo kann man noch bauen – und wo nicht? Die Stadt treibt die von der Politik beauftragte Suche nach neuen Bau- und Gewerbegebieten voran. Zwischenergebnis: In Springe, Bennigsen und Eldagsen sei das Potenzial gut, sagt Bürgermeister Christian Springfeld:

Blick auf die„Bährehöfe“, wo zuletzt mehrere Wohnhäuser auf einmal entstanden sind. Foto: Ackermann
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Selbst wenn dort Grundstückseigentümer beim Verkauf der Flächen nicht mitspielten, gebe es Alternativen.

Nach einem Antrag von SPD und CDU im Rat hatte die Stadt begonnen, theoretisch verfügbare Grundstücke in allen Ortsteilen zu sammeln und auf ihre Eignung abzuklopfen.

Dabei gilt ein Ampelsystem: Grün für die beste Eignung, gelb für bedingte Eignung und rot für geringe oder keine Eignung. Erster Zwischenstand: Demnach gibt es allein in Springe fünf Flächen für Wohngebiete und eins für Gewerbe, die die Stadt für gut befunden hat.

In Bennigsen kommen vier weitere Flächen mit grünem Licht dazu, in Eldagsen zwei und in Gestorf eine. Dabei seien durchaus nicht nur Mini-Baugebiete, sondern auch Flächen „ab 5 Hektar aufwärts“, so Springfeld. Die Stadt hält sich mit genauen Angaben zum Ort der möglichen Baugebiete zurück: So will man im Rathaus verhindern, dass Eigentümer schon mal vorsorglich die Preise anziehen.

Gelbes Licht gab es bislang in der Kernstadt für fünf gemischte Wohn- und Gewerbegebiete. In Bennigsen hält die Stadt gleich neun mögliche Wohnflächen für bedingt oder kaum geeignet (fünf gelb, vier rot). In Eldagsen ist die Quote noch schlechter: Zwei grünen Gebieten stehen gleich je sieben gelbe und rote gegenüber. Vier Mal den Daumen runter gab es auch für geprüfte Gewerbeflächen – und nur einmal grün. In Gestorf gab es fünf Mal rot und drei Mal gelb. Misch- und Gewerbegebiete sieht die Stadt hier nicht.

Die anderen Ortsteile will die Stadt nun ebenfalls untersuchen: „Dann haben wir ein gutes Gesamtbild“, sagt Springfeld. Eine große Herausforderung sei am Ende die Verhandlung mit den Eigentümern. Die Stadt verdiene sich am Weiterverkauf der erschlossenen Flächen an die Hausbauer kaum eine goldene Nase: „Die Erschließung von Bauland kostet ein Heidengeld.“ So müsse man an die nötigen Planänderungen und an Kanal- und Straßenbau oder Erweiterungen von Kitas und Schulen: „Da bleibt vom Verkaufspreis für das erschlossene Bauland wenig über.“ Gleichzeitig gelte es, die Ausweisung neuer Baugebiete stets zu überprüfen: „Wir wollen nicht ohne Not Flächen versiegeln – aber die Stadt muss sich auch entwickeln“, so Springfeld.

Wie wichtig der Politik das Konzept ist, macht SPD-Fraktionschef Bastian Reinhardt deutlich: „Bevor das nicht durch ist, gibt es auch keine neuen Baugebiete.“ Denn erst dann könne man auch absehen, was man bei der Planung mitdenken müsse – nicht nur Kanäle und Straßen: „Es bringt ja nichts, immer neue Häuser zu bauen, ohne dass es für die Familien auch Kindergartenplätze gibt.“ Die Arbeit der Verwaltung lobt er: „Was wir da bisher bekommen haben, ist super.“ Er rechne ebenfalls bis Frühjahr mit dem Abschluss der Planungen, so Reinhardt. Aus dem Konzept ergäben sich dann weitere Beschlüsse für neue Vorschläge.

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