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Sprengt die Dauerbeleuchtung die Kosten?

SPRINGE. Die Straßenbeleuchtung hält die Stadtverwaltung auf Trab. Tiefbau-Fachdienstleiter Gerd Gennat macht deutlich: „Wir müssen jetzt ein restlos ausgefeiltes Konzept vorlegen. Wir stellen uns auf eine mehrwöchige Bearbeitungszeit ein, in der wir uns auch primär nur um das Thema kümmern.“

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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Hintergrund: Der Ortsrat Springe konnte bezüglich der Abschaltzeiten in seiner jüngsten Sitzung keine Entscheidung treffen. Zu viele Fragen blieben offen, die die Ortsratsmitglieder bis zur nächsten Zusammenkunft im April von der Verwaltung geklärt haben wollen.

Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Modelle, über die alle Ortsräte zuletzt gesprochen haben. Möglich ist beispielsweise eine reine Zeitschaltuhr, die die Beleuchtung zu festen Uhrzeiten regelt. Kostenpunkt: circa 45 000 Euro. Ähnlich teuer wäre eine Uhr mit Dämmerungssensor, der sich an der Dunkelheit und Helligkeit orientiert.

Carsten Marock (SPD) sprach sich mit rund 75 000 Euro für das teuerste Modell aus, ein Mobilfunk-System. „Meiner Meinung nach sollten wir uns für die sogenannte bidirektionale Zentralsteuerung auf Mobilfunkbasis entscheiden, damit bei Notfalleinsätzen auch nachts eine Beleuchtung möglich ist.“

Zudem könnten mit diesem System – sollte es zu Ausfällen kommen – Fehlermeldungen ausgewertet und Rückmeldungen gegeben werden. Marock will auch an den bisherigen Abschaltzeiten festhalten. „Der Zeitraum von 1 bis 4 Uhr nachts ist in Ordnung“, sagte er.

Der Meinung ist Uwe Lampe (parteilos) nicht. „Wir müssen nicht über Abschaltzeiten diskutieren, wenn wir keine Abschaltung wollen“, machte er deutlich. Die Sicherheit der Bürger gehe vor. Dabei wandte er sich an den Polizei-Kontaktbeamten Jens Günther, der bei der Ortsratssitzung ebenfalls anwesend war.

„Ob sich die Kriminalität eindämmen lässt, wenn wir nachts die Beleuchtung angeschaltet lassen, lässt sich nicht messen. Dazu liegen uns keine Forschungsergebnisse vor“, stellte Günther klar. Es gehe ihm aber vielmehr um die gefühlte Sicherheit. „Jeder Bürger fühlt sich deutlich wohler, wenn er nachts unterwegs ist und die Straßen sind hell erleuchtet, sei es zu Fuß oder mit dem Auto“, so Günther. Die Polizei wünsche sich nachts eine beleuchtete Stadt.

Lampe beantragte daraufhin eine Vertagung des Beschlusses. „Wir brauchen von der Verwaltung erst mal eine Wirtschaftlichkeitsprüfung und es muss geprüft werden, ob es möglich ist, das Licht nachts brennen zu lassen“, betonte er. Weil keine Kostenersparnisrechnung vorliegt, fordert er zudem eine Aufstellung, in der aufgelistet werde, was es koste, dauerhaft alle Lampen auf LED umzustellen.

„Das sind dicke Bretter, die wir jetzt bohren müssen“, stellte Gennat klar. Es sei ein großer Aufwand, der jetzt auf die Verwaltung zukomme. Zwar habe er ohnehin vorgehabt, eine detaillierte Kostenrechnung zu erstellen, aber erst, um entsprechende Fördermittel zu beantragen. „Und nachdem wir dann die Kostenkonzepte vorgestellt haben, beginnt erneut die große Beratungszeit.“ Verstehen könne er zwar, dass sich die Gremien eine Wirtschaftlichkeitsprüfung wünschten, „das ändert aber nichts an dem Fakt, dass uns nur 150 000 Euro für Stromkosten zur Verfügung stehen und eine Dauerbeleuchtung diese Kosten sprengt.“

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