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Spezielle Klasse an der IGS für Flüchtlingskinder / Grundschulen fehlt Personal

Sprache ist der Schlüssel zur Integration

Springe. Sie sprechen Arabisch, Serbisch oder Persisch. Viele von ihnen sind erst wenige Tage oder Wochen in Deutschland. Auch an den Schulen in Springe sind Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die versuchen Fuß zu fassen. Helfen sollen auch sogenannte Sprachlernklassen. Mechthild Clemens unterrichtet derzeit 17 Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien in den Räumen der Hauptschule. Sie sind Schüler der IGS. Auch die BBS Springe hat kürzlich eine Sprachlernklasse eingerichtet.

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Autor:

VON JENNIFER MINKE-BEIL UND RALF T. MISCHER

Clemens geht davon aus, dass für die Zukunft noch weitere spezielle Klassen zum Deutschlernen ins Leben gerufen werden müssen, denn es gebe schon eine Warteliste. Ihr Ziel ist es, die neuen Schüler sprachlich so schnell wie möglich fit zu machen, damit sie eine Regelklasse besuchen können. „Meine Schüler an der IGS kommen hauptsächlich aus dem ehemaligen Jugoslawien, Syrien und Afghanistan“, berichtet Clemens. Neben dem Sprachtraining unternimmt sie auch Ausflüge in unterschiedliche Einrichtungen in Springe wie dem Nachbarschaftsladen. „Ich möchte, dass sie auch einen Zugang zum Ort und den Menschen finden“, sagt die Deutschlehrerin.

Einigen Schülern falle die Integration sehr leicht und somit könnten sie schon nach kurzer Zeit zahlreiche Fächer des Regelunterrichts besuchen. Schwierig sei die Heterogenität in der Klasse. Immer wieder kommen neue Schüler an, die bei null anfangen.

Auch in den beiden Springer Grundschulen sind derzeit jeweils drei Flüchtlingskinder, die vor einigen Wochen in ihre Klassen gekommen sind. Da es jedoch an Personal fehlt, nehmen die Kinder am Regelunterricht teil, obwohl sie nur sehr wenig verstehen. „Wir versuchen natürlich, sie so gut wie möglich zu unterstützen“, sagt Verena Kebsch-Jandel, Leiterin der Grundschule Hinter der Burg. Zusätzliche Lehrerstunden könnten jedoch nicht bereit gestellt werden.

Neben der Hilfe der Sprach-Lern-Scouts des Otto-Hahn-Gymnasiums und Integrationslotsen der Volkshochschule helfen sich die Schüler auch untereinander, berichtet die Schulleiterin. Auch in der Grundschule am Ebersberg sollen sich die drei neuen Flüchtlingskinder so schnell wie möglich dem Unterricht folgen können. In erster Linie hat sich bisher die pädagogische Mitarbeiter den Kindern angenommen, berichtet Schulleiterin Yvonne Pape. Drei bis vier Stunden übt sie täglich Deutsch mit ihnen und begleitet sie auf den Pausenhof.

Am Otto-Hahn-Gymnasium werden derzeit keine Flüchtlinge unterrichtet. Für die Neuankömmlinge ist die Sprachbarriere ein zu großes Hindernis. Leiterin Kerstin Prietzel: „Es ist schade, dass auch Schüler mit viel Potenzial wegen der Sprachbarriere derzeit noch in Schulen untergebracht werden, die niedrigere Bildungsabschlüsse anbieten.“ Prietzel hofft, dass auch an ihrer Schule künftig eine Sprachlernklasse eingerichtet wird – in der Sekundarstufe 1 sei gerade eine im Gespräch.

Gute Erfahrungen macht die OHG-Chefin mit den sogenannten Sprach-Lern-Scouts. 40 davon gibt es: Es handelt sich dabei um OHG-Schüler, die Flüchtlingen an Grundschulen Sprachunterricht erteilen. „Das ist für beide Seiten ein großer Gewinn“, sagt Prietzel.

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