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18 Ja-Stimmen – zwölf Politiker dagegen

Sportstätten-Miete entzweit den Rat

Gerade erst hatten sich Bürgermeister Christian Springfeld und die Fraktionsspitzen im Rat auf gute Zusammenarbeit eingeschworen. Da flogen das erste Mal die Fetzen: CDU-Mann Wilfred Nikolay ging den neuen Verwaltungschef hart an, weil der sich in Sachen Sportstätten-Miete gegen sein eigenes Team stellte.


Springe. Gerade erst hatten sich der frisch vereidigte Bürgermeister Christian Springfeld und die Fraktionsspitzen im Rat gegenseitig auf gute Zusammenarbeit eingeschworen. Da flogen das erste Mal die Fetzen: CDU-Mann Wilfred Nikolay ging den neuen Verwaltungschef in der Sitzung des Rats im Schulzentrum Nord gestern Abend hart an, weil der sich in Sachen Sportstätten-Miete gegen sein eigenes Team stellte.

Wie im Wahlkampf angekündigt, lehnt Springfeld die vor seiner Amtszeit angeschobene und am Abend mit 18 Ja- und zwölf Nein-Stimmen beschlossene Regelung ab. Gestern erklärte er, es sei die Aufgabe der Stadt, die Hallen in ordentlichem Zustand zu halten. Den Vereinen solle man nicht noch mehr Steine in den Weg legen. Und: Springfeld glaubt nicht daran, dass in der Verwaltung nur geringe Kosten für die Bearbeitung der Miete entstehen. Genau das hatten seine Mitarbeiter im Rathaus jedoch errechnet und dokumentiert.

Nikolay brachte das auf die Palme: Springfeld suggeriere, sein eigener Fachbereichsleiter Clemens Gebauer habe „uns Politikern die Unwahrheit gesagt“: Gebauer habe nämlich die relativ geringen Kosten „sehr deutlich dargelegt“. Springfeld verteidigte sich: Gebauer habe für seine Abteilung sicherlich recht – doch auch bei den Mitarbeitern der Stadtkasse oder bei den Vereinen selbst falle Aufwand an.

Aber auch bei der Politik herrschte alles andere als Einigkeit: FDP-Chef Klaus Nagel beantragte, die Miete auszusetzen – etwa, weil die Vereine in Sachen Flüchtlingsintegration gebraucht würden. Dafür erntete er verbale Prügel von Nikolay und SPD-Fraktionschefin Katrin Kreipe: Nagel habe das Konzept als Sportring-Chef abgesegnet – und schiebe jetzt etwa die Flüchtlingskinder vor, um eine „populistische“ (Kreipe) Forderung zu untermauern.

Nagels Antrag scheiterte ebenso deutlich wie die Forderung von René Bennecke (SPD), eine neue Gebührensatzung aufzustellen. Diese solle unter anderem die Hallengröße und deren Zustand berücksichtigen.

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