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Buckup: „Unvorbereitet auf einfache Fragen“ / Fragebögen sollen bis Ostern ausgewertet sein

SPD-Schulexperte kritisiert Elterninfo der Stadt

Springe (ric). Aussagen der Stadt zur Integrierten Gesamtschule (IGS) bei der Elternveranstaltung am Dienstagabend (NDZ berichtete) hatten gestern ein Nachspiel. Der SPD-Schulexperte Michael Buckup empört sich darüber, dass die zuständige Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes „derartig unvorbereitet auf einfache Fragen der Eltern“ gewesen sei – obwohl der Antrag auf Einrichtung der IGS seit Jahresbeginn vorliegt.

Stellen sich den Fragen der Eltern (v.l.): Dagmar Wiese-Cordes, Prof. Günter Buchholz, Dirk Tack (Landesschulbehörde) und Wilfri

Besonders die Frage nach der Kapazität einer Gesamtschule sorgte bei der gut besuchten Veranstaltung für Verwirrung. Buckup ist nun bemüht, Zweifel auszuräumen: „Kein Kind aus Springe muss eine Schule in einer anderen Kommune besuchen, wenn die IGS im Sommer 2012 ihren Betrieb aufnimmt“, glaubt er. Auch für alle Kinder mit Haupt- und Realschulempfehlung gebe es genügend Plätze, schließlich sei es ja gerade ein „Hauptmerkmal dieses Konzepts“, dass die Kinder nach der vierten Klasse auch weiter gemeinsam eine Schule besuchen können, meint der SPD-Ortsvereinsvize.

Buckup ist überzeugt, dass auch viele andere Fragen besser hätten beantwortet werden können. Auf einer öffentlichen Veranstaltung der SPD zur IGS (9. März, 19 Uhr, im Schulzentrum Nord) wollen er und seine Mitstreiter es besser machen – und auch darüber aufklären, dass vor 2016/17 sowieso keine gymnasiale Oberstufe der des Otto-Hahn-Gymnasiums Konkurrenz machen könne, denn: Erst wenn das Leistungsvermögen der Neuntklässler eine ausreichende Zahl von erweiterten Sekundar-I-Abschlüssen erwarten lasse, könnte eine gymnasiale Oberstufe in der Gesamtschule genehmigt werden. Bis dahin könne die IGS sich nur die Option für eine Oberstufe offen halten.

Obwohl emotional geführt, hatte die Elternveranstaltung der Stadtverwaltung am Dienstagabend zahlreiche interessante Aspekte aufgeworfen – auch wenn das Modell der Hildesheimer Robert-Bosch-Gesamtschule nur bedingt mit der für Springe geplanten neuen Schule vergleichbar sein wird. Rektor Wilfried Kretschmer lieferte Einblicke in ein gemeinschaftliches System, das in der Domstadt bereits über Jahrzehnte gewachsen ist. Die Frage, ob es „soziale Reibereien“ gäbe, konnte Kretschmer klar mit Nein beantworten.

Auf die Frage, warum nicht die Oberschule zur Meinungsbildung vorgestellt werde (die sich zurzeit noch im Gesetzgebungsverfahren befindet), antwortete Bürgermeister Jörg-Roger Hische, die Stadt habe zurzeit lediglich einen Ratsbeschluss zur IGS-Elternbefragung umzusetzen. Bei der Veranstaltung stellte sich auch Prof. Günter Buchholz von der FH Hannover vor, der die Fragebögen entwickelt. Das Prozedere soll bis Ostern abgeschlossen sein. Im Kern wird das Blatt aber nur ein Kreuz erfordern – gefragt wird, ob die betroffenen Eltern ihr Kind an eine IGS in Springe schicken würden. 120 Ja-Stimmen würden der Schule den Weg ebnen, weniger wahrscheinlich das Aus zu diesem Zeitpunkt bedeuten.

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