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Neuer Bürgermeister-Anwärter / Ortsvereinsvorstand will offenbar Wahlempfehlung aussprechen

SPD schüttelt dritten Kandidaten aus dem Ärmel

Springe (jemi). Die SPD-Spitze reagiert auf die Kandidaten-Kritik aus den eigenen Reihen: Der Ortsvereinsvorstand hat sich in den vergangenen Wochen intensiv auf die Suche nach einem weiteren Anwärter für das Bürgermeisteramt gemacht – und ist anscheinend fündig geworden.


Nach den Vorstellungsrunden der beiden bisherigen Kandidaten Detlef Meine und Heinz Bähre war deutlich geworden, dass sich viele Genossen einen dritten Personalvorschlag als Alternative wünschen. Parteichef Dr. Eberhard Brezski bestätigte gestern gegenüber der NDZ, dass ein weiterer Bewerber seinen Hut in den Ring wirft. Auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung heute in einer Woche soll dem Vernehmen nach sogar eine Wahlempfehlung für diesen Kandidaten ausgesprochen werden. Den Namen will Brezski bis dahin noch geheim halten.

„Durch einen Zufall sind wir auf eine Person gestoßen, die für den Bürgermeisterposten absolut infrage kommt“, sagt Brezski zuversichtlich. Es handele sich um „jemanden mit großer politischer Erfahrung“. Der Kandidat komme allerdings nicht direkt aus Springe und sei daher den meisten Deisterstädtern eher unbekannt. Für Brezski nach eigenen Worten aber kein Problem. Der Parteichef wollte zwar nicht bestätigen, dass der Überraschungskandidat am kommenden Dienstag den Segen des Vorstands bekommen soll, dennoch gilt dies unter Beobachtern als sehr wahrscheinlich.

Wie berichtet, war der Ortsverein nach den Auftritten von Bähre und Meine nicht überzeugt. Nicht wenige Genossen hatten sich entweder öffentlich oder hinter vorgehaltener Hand negativ geäußert und erklärt, keinen von beiden unterstützen zu wollen. Dass der Vorstand jetzt daraus Konsequenzen gezogen hat, zeigt, dass auch dort ihr Rückhalt nicht sonderlich ausgeprägt ist.

Eine Vorstellungsrunde des dritten Bewerbers soll so schnell wie möglich folgen. Die offizielle Kür sei dann aber erst im nächsten Jahr möglich. Zeigen wird sich dann auch, ob Bähre und Meine an ihren Kandidaturen festhalten. Brezski wagt derzeit keine Prognose: „Das müssen wir sehen.“

Dass die CDU sich mit Friedrich Woltmann schon Anfang des Monats festgelegt hat, bereitet Brezski keine schlaflosen Nächte: „Einen zeitlichen Vorteil sehe ich nicht.“ Woltmanns Vater sei als Altbürgermeister zwar in Springe bekannt, der Sohn habe die vergangenen Wochen aber noch nicht genutzt, um Werbung für sich zu machen.

„Ich bin von unserem neuen Kandidaten voll überzeugt“, frohlockt Brezski und verspricht: „Die Präsentation wird eine nette Überraschung.“

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