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Ex-Eldagsener Detlef Meine für Bürgermeisteramt im Gespräch / Brezski: „Lösung hätte Charme“

SPD liebäugelt mit Kandidaten aus Brandenburg

Springe (mf). Eine Woche, nachdem die CDU Friedrich Woltmann als Bewerber für das Bürgermeisteramt präsentiert hat, lichtet sich auch in der SPD der Nebel. Als Kandidat im Gespräch ist der gebürtige Eldagsener und heutige Brandenburger Detlef Meine. Entsprechende NDZ-Informationen wurden auf Anfrage gestern von Parteichef Dr. Eberhard Brezski bestätigt.


Der Ortsvereinsvorsitzende spricht von einem „halbinternen Kandidaten“ und von einer „tollen Lösung, mit der wir im Wahlkampf punkten können“. Meine kennt die Springer Kommunalpolitik aus früheren Zeiten. Von 1981 bis 1983 und dann noch einmal von 1986 bis 1991 gehörte er dem Eldagsener Ortsrat an, von 1983 bis Herbst 1991 saß er außerdem im Springer Stadtrat.

Kurz nach der Wiedervereinigung ging der Verwaltungsfachmann nach Ostbrandenburg und wurde Direktor des Amtes Schlaubetal, einer Ferienregion im Landkreis Oder-Spree. 16 Jahre lang saß er in dieser Funktion im Rathaus der 4400 Einwohner zählenden Hauptgemeinde Müllrose. Seit Januar 2007 ist der 56-Jährige im Vorruhestand.

Der als volksnah, aber auch etwas hemdsärmelig geltende Meine hatte ursprünglich noch eine dritte Amtszeit angestrebt, war aber 2008 bei einer Stichwahl im Amtsausschuss (vergleichbar Verwaltungsausschuss) durchgefallen. Nach einer erfolgreichen Anfechtung bekam er zwar noch eine zweite Chance, musste sich dann aber endgültig bei einer Wahlwiederholung geschlagen geben.

Bundesweite Schlagzeilen machte Meine vor drei Jahren, als sein Amt als erste deutsche Gemeinde eine Verordnung erließ, nach der „Freiluft-Sex“ mit einem Bußgeld in Höhe von 35 Euro belegt wurde.

Unmittelbar nach seiner Abwahl hatte er erklärt, auch im Ruhestand die Region Schlaubetal nicht verlassen zu wollen. Ein paar Jahre zuvor hatte er dort erst ein Haus gebaut. Bis heute engagiert er sich unter anderem als Oberst in der Schützengilde Müllrose, die wiederum einen regen Austausch mit der Schützengilde Eldagsen pflegt. „Ich bin jetzt Pensionär. Eine neue berufliche Aufgabe suche ich nicht“, zitierte die Märkische Oderzeitung Meine noch im vergangenen Jahr.

Möglicherweise will er es nun aber doch noch einmal wissen, wenngleich es bisher nicht mehr als ein Sondierungsgespräch gegeben habe, wie Brezski versichert. „Die Lösung hätte aber Charme“, ist er überzeugt. „Ein erfahrener Verwaltungsfachmann mit Springer Wurzeln, den wir Herrn Woltmann und Herrn Hische als Amtsinhaber guten Gewissens gegenüberstellen können.“

Meine selbst war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Die SPD will ihren Bürgermeisterkandidaten im September nominieren. Neben Meine gibt es derzeit offenbar einen weiteren Interessenten, der sich laut Brezski aber noch Bedenkzeit erbeten hat.

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