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SPD fordert sozialpädagogisches Angebot an Grundschulen

SPRINGE. Ob bei Problemen zu Hause, in der Schule oder Streit mit den besten Freunden: Wenn Schüler Hilfe brauchen, können sie sich an die Lehrer – oder an Schulsozialarbeiter wenden. Kinder an den Springer Grundschulen haben diese Möglichkeit nicht. Das möchte die SPD-Fraktion im Rat jetzt ändern.

An der BBS Springe beraten Frank Pigorsch und Henrika Hunte Jugendliche, wenn sie Probleme haben. Foto: Mischer/Archiv
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Die SPD hat dem Sozialausschuss einen Antrag auf ein sozialpädagogisches Angebot an Schulen vorgestellt. Zum Hintergrund: Seit dem Jahreswechsel wird die Sozialarbeit vom Land Niedersachsen getragen – nicht mehr von der Stadt. Gleichzeitig hat die Region das Projekt „Frühe Hilfe – Frühe Chancen“ ins Leben gerufen, um vor allem Familien mit Kindern im Vorschulalter anzusprechen. Für Grundschüler aber entsteht eine Lücke in dieser Betreuung, bevor sie das Angebot an einer weiterführenden Schule in Anspruch nehmen könnten.

Um diese Lücke zu schließen, will die SPD auch Angebote mit dem Schwerpunkt Primarstufe vorhalten. Ziel sei es, soziale Trainingskurse anzubieten zu Themen wie Teambildung, Konfliktbewältigung und Anti-Aggressionstraining. Gleichzeitig sollen Informationsveranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen stattfinden sowie die Vernetzung von Jugend- und Sozialhilfe mit der Schule gefördert werden.

„Ich verstehe den Antrag in eine andere Richtung: Hier geht es um eine Begleitung der Schule, nicht jedes einzelnen Schülers individuell“, erklärt Fachbereichsleiter Clemens Gebauer. Es sei wichtig, den Fokus auch auf Jüngere zu setzen. Gebauer möchte in diesem Zusammenhang aber nicht von einer klassischen Schulsozialarbeit sprechen, sondern von einem pädagogischen Angebot an Schulen.

Konkret bedeutet das für die Stadt: Die 125 700 Euro, die sie spart, weil das Land für die Kosten aufkommt, wollen sie nicht einsparen, sondern wieder in das pädagogische Angebot fließen lassen. „Wir verzichten damit auf eine Ersparnis zugunsten des Systems“, so Gebauer. Er kritisiert an dem Landesprogramm, dass die Kinder zu spät mit diesen Angeboten versorgt werden.

Da die SPD das neue Angebot an Schulen mit dem Schwerpunkt Primarstufe einrichten will, bedeutet das gleichzeitig, dass auch andere Einrichtungen davon profitieren könnten – auch das Otto-Hahn-Gymnasium, das derzeit keine Schulsozialarbeiter hat, anders als etwa die Berufsbildenden Schulen in Springe. Da investiert die Region jährlich etwa 500 000 Euro in Sozialarbeit in den Berufsbildenden Schulen. Und: Der Bedarf sei hoch, hieß es in der Springer Einrichtung.

Einstimmig hat sich der Ausschuss für den SPD-Antrag ausgesprochen. Die Verwaltung wird damit beauftragt, ein Konzept möglichst zum Schuljahr 2017/18 umzusetzen.

Für das Haushaltsjahr werden 50 000 Euro eingestellt, für die kommenden Jahre jährlich 100 000 Euro.

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