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Bennigser will in Mitgliederversammlung gegen Jünke antreten / Meine hält sich noch alle Optionen offen

SPD: Bähre hält an seiner Kandidatur fest

Springe (mf). Ungeachtet der Vorstandsempfehlung für Silvia Jünke will der Bennigser Heinz Bähre SPD-Bürgermeisterkandidat werden. Der 57-Jährige hält an seiner Bewerbung fest, wie er gestern auf Anfrage erklärte. Detlef Meine als dritter Genosse im Bunde, überlegt derweil noch, ob er im Rennen bleibt oder aussteigt.


Damit hält die SPD es weiterhin spannend. Bähre setzt nach eigenen Worten darauf, bei einer Mitgliederversammlung im Dezember doch noch eine Mehrheit der Delegierten hinter sich zu bringen. Die elf Vorstandsmitglieder, die sich einstimmig für Jünke ausgesprochen hatten (NDZ berichtete), seien für ihn nicht maßgeblich, sagt er selbstbewusst.

Bähre bezeichnet sich als Gegenmodell zu der Anwältin aus Hemmingen-Arnum, die „sicherlich eine geborene Kommunalpolitikerin ist“. Er hingegen verkörpere den Verwaltungsfachmann, den Springe im Rathaus künftig dringend brauche, so der Bennigser unter Verweis auf „35 Jahre Erfahrung in diesem Bereich“. Eine Rechtsanwältin könne hier nicht mithalten, „aber die Partei muss das letztlich entscheiden“.

Auch Meine macht kaum einen Hehl aus seiner Verärgerung. „Wenn Parteivize Michael Buckup öffentlich die kommunalpolitische Erfahrung Jünkes lobe und von einem Glücksfall spreche, sei das für ihn nicht nachvollziehbar. „Ich wage zu bezweifeln, dass jemand mit gerade mal drei Jahren Ratsmitgliedschaft kommunalpolitisch beschlagen ist“, sagt Meine. Und ob eine Anwältin die fachliche Eignung zur Führung einer Verwaltung mitbringt, dürfe ebenso in Zweifel gezogen werden. „Sie hätte es schwer in der Stadtverwaltung“, ist Meine überzeugt.

Der gebürtige Eldagsener, der nach der Wiedervereinigung 16 Jahre lang im brandenburgischen Müllrose Direktor des Amtes Schlaubetal war, will nun nach eigenen Angaben „Familienrat halten“, um dann zu entscheiden, ob er an seiner Kandidatur in Springe festhält. In diesem Zusammenhang werde er außerdem das Gespräch mit befreundeten Genossen am Deister suchen. Die Entscheidung werde jedenfalls kurzfristig fallen, kündigte Meine an.

„Ich bin gespannt, sie kennenzulernen.“ Mit diesen Worten reagierte Bürgermeister Jörg-Roger Hische gestern auf seine Herausforderin Silvia Jünke. Er nehme jeden Mitbewerber sehr ernst, das gelte natürlich auch für die 47-jährige Juristin aus Hemmingen, betonte der seit kurzem parteilose Amtsinhaber. Was Jünke inhaltlich aufzubieten habe, werde sich dann im Wahlkampf herausstellen.

Für den CDU-Bürgermeisterkandidaten Friedrich Woltmann ist Jünke eine bislang unbekannte Konkurrentin. Das Vorgehen der SPD bezeichnete Christdemokrat Woltmann gestern allerdings als „nicht besonders geschickt“ und „unglücklich“: Es sei bedauerlich, wie die SPD mit eigenen Kandidaten umgegangen sei.

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