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Spazierweg-Streit: „Eine dumpfe Unterstellung“

SPRINGE. „Das kann es echt nicht sein“, schimpft Carsten Marock. Der SPD-Ortsratspolitiker ist sauer. Grund seines Ausbruchs: Es geht um den von der Stadt geplanten Fußweg, der am Ende der Eichendorffstraße bis zum Spielplatz an der Friedrichstraße laufen soll

Der von der Stadt geplante Fußweg an den „Bährehöfen“ entlang wird nicht umgesetzt. Foto: Hermes
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Die Stadt erhofft sich durch die Öffnung des Pfades für Fußgänger auch eine Art sozialer Kontrolle – denn sie will beobachtet haben, „dass wahrscheinlich anliegende Grundstücke ihren Grünschnitt aus dem Garten auf dem Weg entsorgen.“ Und das bringt nicht nur Marock auf die Palme. „Der Vorwurf ist eine dumpfe Unterstellung“, kritisiert auch Ortsratsmitglied Lars Jungfer (Grüne). Zudem ist er der festen Überzeugung, dass der Bau eines solchen Weges keinen Sinn mache. Auch Marita Kürsten (SPD) findet: „Das ist eine ganz schön starke Unterstellung, dass Anwohner ihr Grüngut dort entsorgen.“ In die jüngste Ortsratssitzung waren jetzt auch die Anwohner der Friedrichstraße gekommen. Sie können die Pläne der Stadt nicht nachvollziehen. „Durch einen solchen Fußweg wird die Funktion des dortigen Lärmschutzwalls gänzlich aufgehoben. Außerdem machen wir uns große Sorgen um die Sicherheit vor Ort“, trugen sie vor.

Immerhin hätten mutmaßliche Diebe so eine viel bessere Chance, die Häuser auszuspähen und etwaiges Diebesgut abzutransportieren. Auch um die Finanzierung machen sich die Anwohner Gedanken. „Wer trägt denn dann die Kosten für den Weg? Die Stadt oder die Anwohner?“ Marock betont: „Immerzu heißt es, wir wollen Kosten sparen und stattdessen kommen mit diesem Vorschlag noch weitere auf uns zu. Das geht so nicht.“

Einstimmig sprach sich der Ortsrat gegen die Öffnung des Pfades aus – und lehnte damit den Beschluss ab.

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