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Sparkasse macht Filialen in Springe dicht

SPRINGE. Das Filialnetz der Sparkasse wird ausgedünnt: Der Standort in Völksen wird geschlossen, die Dependance in Eldagsen soll in eine SB-Filiale umgewandelt werden. In Bennigsen werden Kunden zwei Mal pro Woche einen Ansprechpartner finden. Das Firmenkundengeschäft im Stadtgebiet wird nach Gehrden ausgelagert.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hannover, Heinrich Jagau, nannte als Grund für die Einsparungen das veränderte Kundenverhalten, „wir haben immer weniger Anfragen in den kleinen Filialen“, argumentierte er. Andererseits stehe die sechstgrößte Sparkasse der Republik durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank unter Zugzwang: „Der Druck auf die Kosten- und Ertragssituation ist immens.“ Aus beiden Entwicklungen leitet der Vorstand des Kreditinstitutes das sogenannte Konzept „Sparkasse 2020“ ab, in dessen Rahmen bis Ende 2019 regionsweit 200 Vollzeitstellen abgebaut und 19 Standorte geschlossen werden – um die Bank zukunftsfähig zu machen, wie es heißt. 14 Filialen werden wie Eldagsen zu SB-Standorten.

Der Verwaltungsrat der Sparkasse hat bereits grünes Licht für die Pläne gegeben; die Belegschaft war wie berichtet am Mittwoch informiert worden. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben, betroffenen Mitarbeiter sollen laut Vorstandsmitglied Kerstin Berghoff-Ising Abfindungsangebote vorgelegt werden. Konkrete Angaben dazu, wo welche Mitarbeiter unter welchen Bedingungen freigesetzt werden, konnte sie aber nicht machen: „Die Verhandlungen mit unseren Sozialpartnern und Gewerkschaften laufen noch.“

Fest steht offenbar, dass rund zehn Mitarbeiter aus Springe künftig in Gehrden arbeiten werden, da der komplette Firmenkundenbereich dorthin verlagert wird. Für Springer Unternehmen heißt das, dass sie künftig ihre Geschäfte mit und in Gehrden abwickeln müssen. Wenn sie nicht auf die zahlreichen neuen Video- sowie Onlineservice-Angebote zurückgreifen wollen. In den Bereich will die Bank nämlich eine Menge investieren: „Deshalb schaffen wir 100 weitere Stellen für Kundenberatung“, sagt Jens Bratherig, der als Vorstandsmitglied zuständig für das Regionalgeschäft ist.

Um zu erläutern, was da eigentlich genau im Gange ist, zückt Verwaltungsratschef Stefan Schostok – auch Hannovers Oberbürgermeister – sein altes Schulsparbuch. Derlei Anlageformen sind offenbar nicht mehr recht gefragt: Lediglich einmal pro Jahr nutzen Kunden die direkte Beratung in einer Filiale. Die EC-Karte jedoch, mit der sich viele Kontofunktionen ohne Berater steuern lassen, wird im Schnitt 24 Mal pro Jahr genutzt. Und auf die virtuelle Bankfiliale werde gar 312 Mal jährlich zugegriffen – mit steigender Tendenz. Deshalb geht es also den Filialen an den Kragen.

Nutzer, die trotzdem Beratung wünschen, werden auf die Internetseite verwiesen, mit Kundenbetreuung von 8 bis 20 Uhr – sogar per Video-Chat. Und natürlich auf das neue Beratungscenter in Springe am Oberntor, das 2017 eröffnet werden soll. Die Filialschließungen erfolgen 2018/19. Eldagsen könnte bereits 2017 in einen SB-Standort umgewandelt werden.

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