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Sparkasse Hannover verzeichnet Gewinn-Einbruch

SPRINGE/HANNOVER. Vor gut zwei Wochen verkündete die heimische Volksbank zahlreiche Filialschließungen – auch in Springe und Gestorf. Als gestern die Sparkasse Hannover zu ihrer Bilanz-Vorstellung lud, hatte sie zumindest dieses Thema weitgehend abgeräumt:

Wächst in die Höhe: die neue Sparkassen-Filiale am Oberntor 7. FOTO: WEISSLING
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Schon im Oktober war bekannt geworden, dass man sich bald aus Völksen und Eldagsen verabschiedet.

Trotzdem waren es nicht nur gute Nachrichten, die Vorstandschef Heinrich Jagau gestern in Hannover präsentierte: Die zunehmende Digitalisierung und der am Boden liegende Zinsmarkt machen auch der sechstgrößten deutschen Sparkasse zu schaffen. Der Bilanzgewinn sank deutlich – um 20 Prozent auf 20 Millionen Euro. Der Vorstand will daher auch die Ausschüttung an die Region als Träger senken. Als Hauptgrund für den Rückgang haben die Verantwortlichen den Zinsmarkt ausgemacht: Der Zinsüberschuss als wichtigste Einnahmequelle fiel um 31 Millionen auf 225 Millionen Euro.

Hier will die Bank nun auch gegensteuern: Bei Firmenkunden, die mehr als eine Million Euro auf dem Konto haben, soll ein Verwahrentgelt, eine Art Strafzins geprüft werden – in Höhe des Minuszinses von 0,4, den die Sparkasse wiederum für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank zahlen muss. So sollen vor allem Kunden abgeschreckt werden, die mit hohen Summen zur Sparkasse wechseln und so durch besagten Minuszins Kosten erzeugen.

Die Bilanz deutlich aufgebessert hat die Sparkasse mit den seit Sommer angehobenen Girokonten-Gebühren. Die gefielen nicht allen: Tausende Kunden gingen – knapp ein Prozent von gut 720 000. Viele hätten aber auch einfach ihre Zweit- und Drittkonten gekündigt und seien geblieben, so Vorstandsmitglied Jens Bratherig.

Zufrieden zeigte sich Jagau gestern mit dem Baufinanzierungsgeschäft mit einer Steigerung um 207 Millionen auf 7 Milliarden Euro: „Die Nachfrage ist riesig.“ Zusammen mit ihren Stiftungen investierte die Sparkasse 2,8 Millionen Euro in Soziales, Kultur, Sport oder Bildung in der Region.

Fortgesetzt werden soll die im Oktober angekündigte Umstrukturierung. „Wir haben immer noch mit Abstand das dichteste Filialnetz in der Region Hannover“, betont Jagau. Bis 2019 sollen 20 der 119 Standorte schließen; 200 weitere Vollzeitstellen sollen abgebaut werden – „ohne betriebsbedingte Kündigungen“, betont Vorstandsmitglied Kerstin Berghoff-Ising. Zuletzt war der Personalbestand schon von 2102 auf 1925 Mitarbeiter gesunken.

In Springe investiert die Sparkasse aktuell mehrere Millionen Euro in eine neue Kernstadtfiliale, die Niederlassungen Oberntor/Mühlenweg und Bahnhofstraße sollen dafür ab Oktober schließen.

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