weather-image
19°

Sparkasse: Filial-Schließungen in der Kritik

270_0900_16798_spaka.jpg
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Für Eldagsens Ortsbürgermeister Ralf Burmeister (CDU) ist es nur ein schwacher Trost, dass es in seiner Stadt eine SB-Filiale bleiben soll. „Ein Computerladen“, wie er selbst sagt: Bislang könnten Mitarbeiter noch Hilfestellungen geben, wenn ein älterer Kunde mit dem Automaten nicht zurecht gekommen sei, „das fällt jetzt alles weg“. Besonders ärgerlich findet Burmeister, dass die Schließungen ausgerechnet in Springe durchgesetzt werden, „der Stadt mit dem höchsten Altersschnitt. Das passt doch gar nicht.“ Burmeister fürchtet, dass die SB-Filiale in Eldagsen früher oder später ganz dicht gemacht werden könnte. „Auch für die Belebung der Langen Straße ist das problematisch. Eine Bank mit Mitarbeitern gehört einfach dazu.“ Burmeister glaubt, dass viele Sparkassen-Kunden künftig zur Volksbank wechseln – die hat in Eldagsen nämlich weiterhin eine eigene Filiale.

Für Sigrid Hachmeister (SPD) war die Schließung der Völksener Filiale schon absehbar: „Die hatten ja zuletzt gar nicht mehr jeden Tag geöffnet.“ Hachmeister betont, dass sie es „ein bisschen merkwürdig“ findet, dass Springe erneut von Schließungen im größeren Umfang betroffen ist. „Erst das Krankenhaus – und jetzt das.“

Volker Gniesmer (SPD) bewertet die Entwicklung als „bedenklich für Bennigsen“. Gerade um ältere Leute sorgt sich Gniesmer: „die machen nämlich kein Online-Banking“. Seiner Einschätzung zufolge haben viele auch Probleme, einen Automaten zu bedienen. Wie berichtet, soll die Filiale in Bennigsen künftig nur noch an zwei Tagen in der Woche öffnen, ein SB-Bereich bleibt aber rund um die Uhr vor Ort. „Das ist bedenklich“, sagt Gniesmer. Er wünschte sich, dass die Sparkassenkasse mithilfe anderer Methoden konsolidiert wird: „Ich bin gegen Entlassungen – aber die Mitarbeiter könnten ja etwa auf das 13. und 14. Jahresgehalt verzichten.“

Auch im Rathaus wird die Politik der Sparkasse kritisch verfolgt. „Wir sind nicht glücklich darüber“, sagt Springes Allgemeiner Vertreter, Gerd-Dieter Walter. Und betont den öffentlichen Auftrag der Sparkassen: „Ich würde mir wünschen, wenn dabei die Förderung der Regionsrandbereiche künftig mehr in den Mittelpunkt gestellt würde.“ Vorab habe die Sparkasse die Stadt nicht über die Schließungsvorhaben informiert. Walter ist aber überzeugt, dass der Neubau der Sparkassenfiliale in der Kernstadt das Bankinstitut an die Stadt bindet.

Ob der Abzug des Firmenkundengeschäfts aus Springe Nachteile für die heimische Wirtschaft mitbringen wird, sei offen. „Ich hätte mir gewünscht, dass bei der Konzentration dieses Geschäftsbereichs nicht Gehrden, sondern Springe als neues Zentrum ausgewählt worden wäre“, sagt er.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare