weather-image

Sicherheit: Scharfe Regeln für Weihnachtsmarkt-Macher

SPRINGE. Die Organisatoren der größeren Weihnachtsmärkte im Stadtgebiet müssen ab diesem Jahr ein Sicherheitskonzept vorlegen, um die erforderliche Genehmigung der Stadt zu erhalten.

270_0900_69515_Weihnachtsmarkt.jpg
marita

Autor

Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Die verschärften Regeln gelten auch für andere größere Veranstaltungen wie Schützenfeste, Wirtschaftsschauen oder etwa das Honigkuchen-Senf-Fest in Eldagsen.

„Es kommen immer mehr Vorschriften auf die Ausrichter zu“, informierte Springes Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich seine Mitstreiter in der jüngsten Ortsratssitzung über die Neuerung. „Den Leuten, die sich kümmern, wird es mittlerweile sehr schwer gemacht“, sie müssten in diese Nebensächlichkeiten nicht unerheblich viel Zeit und Geld investieren. Für Friedrich steht fest: „Wir als Ortsrat könnten die Organisation unseres Weihnachtsmarktes nicht mehr wuppen.“ Die Politiker hatten die Verantwortung im vergangenen Jahr an Externe abgegeben. Dieses Mal wird der Markt (Termin ist am zweiten Adventswochenende) von dem Eventmanager Michael Jordan auf die Beine gestellt.

Die verschärften Regeln haben einen ernsten Hintergrund, wie Friedrich ebenfalls feststellte. Seit dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt vor einem Jahr (zwölf Tote, 55 Verletzte) habe die auch für Springe zuständige Polizeidirektion Hannover die Auflagen anders im Blick. „Es geht darum, die Risiken im Vorfeld zu minimieren“, erklärt Karsten Kohlmeyer, der stellvertretende Leiter des städtischen Ordnungsamtes, wo Veranstalter ihr Fest vorab anmelden müssen. Jeder Organisator eines größeren Events müsse ein Sicherheitskonzept einreichen. Wenn das nicht umfassend sei, „folgt ein Gespräch und wir steuern nach“, so Kohlmeyer. Etliche Ausrichter würden seit Jahren sehr gute Arbeit machen, für sie ändere sich nicht viel.

Neu ist zum Beispiel, dass die Organisatoren eine grobe Skizze vom Veranstaltungsort beziehungsweise dem Festgeschehen vorgelegen müssen. Sie müssen sich um Zufahrtssperren kümmern und im Zweifelsfall einen Sicherheitsdienst einsetzen. Auch Kleinigkeiten werden abgefragt, etwa welche Personen Platzverweise aussprechen dürfen.

Man könne über das Mehr an Bürokratie den Kopf schütteln, sagt Ortsbürgermeister Friedrich, der pensionierter Polizist ist. Wer meckere, müsse sich aber auch im Klaren darüber sein: „Auch in Springe werden Leute umgebracht. Nicht nur im Tatort.“ Jeder Arbeitsschritt, der ein Unglück zu verhindern helfe, sei deshalb gerechtfertigt.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare