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Rentner im Straßenverkehr besonders häufig verletzt / 2015 weniger Radfahrer-Crashs

Senioren als Unfallrisiko?

Springe. Statistiken verpacken die Wirklichkeit in nüchterne und ziemlich trockene Zahlen. Und manchmal passt die Wirklichkeit in all ihrer Komplexität nicht wirklich, oder nur bedingt, in diese Zahlenreihen hinein. Das gilt auch für die aktuelle Unfallstatistik der Springer Polizei: Sie sagt nur etwas über das aus, was auch wirklich erhoben worden ist.

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Und im Fall der Erfassung der sogenannten Risikogruppen im Verkehr geht es nun mal darum, welcher Personenkreis im vergangenen Jahr besonders häufig bei Verkehrsunfällen verletzt oder gar getötet wurde.

Und: Anders als vielleicht zu erwarten wäre, sind das eben nicht die Fahranfänger im Alter von 18 bis 24 Jahren. Zwar sind diese mit 20 leichten Verletzungen und drei schweren Verletzungen durchaus häufig in der Statistik vertreten – aber nicht ganz so häufig wie Senioren ab 65 Jahren. Die nämlich waren im Jahr 2015 bei Unfällen 26 Mal leicht verletzt, fünf Mal schwer verletzt – und es gab sogar einen Todesfall. Bei den Leicht- und Schwerverletzten ist im Vergleich zur Statistik des Vorjahres ein Anstieg zu verzeichnen: Die Zahl der Schwerverletzten erhöhte sich um zwei und die Zahl der Leichtverletzten um drei Beteiligte.

Was sagt diese Statistik aus? Zunächst einmal nur, dass Senioren sich im vergangenen Jahr nach Unfällen häufiger haben behandeln lassen müssen als andere Gruppen. Genau das besagt nämlich der Begriff „schwer verletzt“: „Das bedeutet, dass die Person länger als 24 Stunden im Krankenhaus behandelt wurde“, erläutert Einsatz- und Streifendienstleiter Lutz Fricke. Leichtverletzte werden durch ärztliche Behandlung zu Leichtverletzten – haben also möglicherweise „nur“ ein Pflaster auf die Hand geklebt bekommen. Aus der Statistik lassen sich jedoch keine Rückschlüsse darauf ziehen, ob Senioren im Verkehr generell ein erhöhtes Unfallrisiko darstellen.

Erfreulich ist auf jeden Fall, dass Kinder unter sechs Jahren in 2015 lediglich einmal unter den Leichtverletzten und einmal unter den Schwerverletzten auftauchen. Und auch Kinder im Alter bis zu 14 Jahren tauchen unter den Schwerverletzten auf, 14 Mal waren sie leicht verletzt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der verletzen Kinder in diesem Alter erfreulicherweise sogar gesunken.

Erfreulich ist auch, dass die Zahl der Radfahrer, die an Unfällen beteiligt waren, zurückgegangen ist. 2014 war in der Gruppe noch ein Verkehrstoter zu beklagen. 2015 gab es bei 30 Unfällen mit Radlern zwei Schwer- und 22 Leichtverletzte. Lediglich bei elf dieser Unfälle waren die Radler auch Verursacher.

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