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Schützenfest soll Innenstadt beleben

SPRINGE. Die Hürden für die Schützenfest-Ausrichter sind hoch: Wie berichtet wollen die Organisatoren die Feier auf den Burghof zurückbringen. Am Montagabend soll die Entscheidung der Vereine endgültig stehen.

Das Spielmanns- und Hörnerkorps Springe ist in diesem Jahr Ausrichter – der Verein hat sich aber dazu entschieden, mit allen Verantwortlichen, Jagdklub, Schützengilde, Jägercorps und Feuerwehr, zu kooperieren. Foto: Helmbrecht
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

„Wenn wir uns an die gesetzlichen Zeiten halten, haben wir eine gute Chance, das Fest wieder in die Innenstadt zu holen“, sagt Spielmannskorps-Chefin Christa Heinzel. Für die Veranstaltung konnte die Organisatorin eine Ausnahmeregelung für besondere Feiern bei der Region beantragen – somit darf statt bis 22 Uhr eine Stunde länger Musik gespielt werden. „Das ist in Springe ein Traditionsfest und hat damit ein Recht, gefeiert zu werden“, so Heinzel.

Der Austausch mit den Anwohnern habe sich sehr gelohnt. „Wir wollen keine Fronten bilden – es ist ein Fest für alle, auch für die Anwohner.“ Mit der Infoveranstaltung wollte sie den Anwohnern die Möglichkeit geben, Bedenken zu äußern und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Auch der zeitintensive Auf- und Abbau sei in der Innenstadt durchaus machbar, sagt Heinzel: „Immerhin haben wir das schon drei Mal geschafft.“ Ein weiterer Vorteil sei es, dass die Feier von Freitag bis Sonntag stattfindet. Damit hätten alle Verantwortlichen Zeit, im Laufe des Montags abzubauen – und nicht in der Nacht zu Dienstag, wie es früher der Fall war. Damit würden Anwohner auch in ihrer Nachtruhe nicht gestört werden. „Wir haben zahlreiche Gespräche geführt und uns genau informiert, woran wir uns halten müssen“, betont Heinzel.

Sie hofft gleichzeitig auf eine Belebung der Innenstadt und möchte Synergie-Effekte nutzen. „Wer gerade eh in der Stadt unterwegs ist, kommt eher mal im Festzelt vorbei, als einen längeren Weg bewusst auf sich zu nehmen.“

Dieser Meinung schließt sich auch Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich an. „Der Standort am Hallenbad ist unattraktiv.“ Er fände es schade, wenn das Fest aufgrund einiger Beschwerden der Anwohner nicht in die Innenstadt zurückgeholt werden kann. „Die Ausrichter bemühen sich und kommen den Anwohnern entgegen – diese Bemühungen sollten honoriert werden“, sagt Friedrich. Die Drohungen einiger Springer, sofort Rechtsanwälte einschalten zu wollen, sei aus seiner Sicht keine Grundlage für ein konstruktives Gespräch. „Ich sage: Lasst es uns versuchen.“

Außerdem sind die selben gesetzlichen Auflagen zu erfüllen, wie am Hallenbad. „Auch da gab es schon Beschwerden“, erinnert sich Friedrich. Er habe auch Verständnis für die Anwohner, die sich über den Lärm ärgern. „Aber die Zeiten werden eingehalten.“ Sollten die fünf gemeinschaftlich ausrichtenden Vereine sich für den Burghof als Festort entscheiden, könne anschließend Bilanz gezogen werden: „Dann sehen wir, ob es tatsächlich mehr Besucher gab und ob es sich damit gelohnt hat.“

Auch Bürgermeister Christian Springfeld begrüßt das gemeinsame Vorhaben der Vereine. „Von mir aus könnte das Fest abends auch gerne länger gehen“, sagt Springfeld. Aber die Ausrichter müssten sich eben an die 23-Uhr-Vorgabe halten. „Ich kann es nicht nachvollziehen, dass wegen einiger Bedenken der Anwohner das gerade einmal dreitägige Schützenfest verhindert wird.“

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