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Schützenfest: Schützengilde kritisiert Springfeld

SPRINGE. Die Schützengilde kritisiert Bürgermeister Christian Springfeld: Er weiche einer offiziellen Stellungnahme zur Standort-Debatte beim Schützenfest aus. Bereits im Oktober vergangenen Jahres wandte sich der Verein schriftlich an ihn. „Bis heute hat er sich nicht geäußert“, kritisiert Festleiter Michael Förster.

Wie es mit dem Schützenfest 2018 weitergeht, ist noch offen. FOTO: ARCHIV
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Saskia Helmbrecht Volontärin zur Autorenseite

Der Bürgermeister indes weist die Schützen-Kritik zurück.

Christa Heinzel, Chefin des Mit-Ausrichters Spielmannskorps, hatte zum Jahresbeginn über die NDZ konkrete Pläne für eine Rückkehr auf den Burghof öffentlich gemacht. Damals sei man aber als vorgesehener Ausrichter für 2018 längst auf die Stadt zugegangen, so Förster: Heinzel sei lediglich „auf den fahrenden Zug aufgesprungen“.

Im Oktober 2016 wies die Schützengilde Springfeld einem Brief darauf hin, das Schützenfest 2018 gar als Kreisschützenfest veranstalten zu wollen – allerdings nur unter der Bedingung, dass die Feier auf dem Burghof stattfindet. Damit der Verein frühzeitig planen könne, hatten die Mitglieder bis Ende November um eine Antwort gebeten.

Am 23. November verlängerte die Gilde die Frist in einem weiteren Brief bis Mitte Dezember. Bis dahin habe man eine verbindliche Antwort benötigt, um dem Kreisschützenverband rechtzeitig zu- oder absagen zu können. „Und es kam gar nichts zurück, wir haben nur eine Eingangsbestätigung bekommen“, beschwert sich Förster. „Das ist wirklich etwas blöd gelaufen.“ Dabei hätte die Gilde seiner Darstellung nach zu diesem Zeitpunkt bereits die ersten Vereine für die Planung anschreiben müssen oder Kontakt zum Festwirt aufnehmen müssen.

Ende Januar folgte das nächste Schreiben ins Rathaus. Dem Kreisverband hätten die Mitglieder inzwischen absagen müssen, damit der rechtzeitig einen anderen Ausrichter für das Kreisschützenfest suchen konnte. „Wir hätten uns von Herrn Springfeld gewünscht, dass er sich stark macht für die Rückkehr auf den Burghof“, sagt Förster. Dass die Gilde dann im Juli nach Vorstandsbeschluss mit ihrer Absage auch für das Springer Schützenfest an die Öffentlichkeit ging, sei nur konsequent gewesen.

Springfeld weist die Kritik der Schützengilde zurück: „Wir haben mehrfach alle in meinem Büro zusammengesessen und gesprochen.“ Dass die Schützengilde dem Bürgermeister überhaupt Fristen gesetzt habe, löse bei ihm allerdings „keine Begeisterungsstürme aus“. Er habe sich immer für die Rückkehr des Festes von der Harmsmühlen-straße auf den Burghof eingesetzt. Die Stadt hatte beim Land gar per Eingabe gefordert, dass es Ausnahmen vom Lärmschutz geben soll (wir berichteten).

Ende Februar dieses Jahres gab es gar einen Informationsabend mit den betroffenen Anwohnern. Einige von ihnen protestierten damals massiv gegen die Rückkehr in die Innenstadt – was die Ausrichtervereine schließlich zum Rückzug brachte.

Springfeld hingegen kritisierte gegenüber der NDZ sogar einige der Anwohner. Statt nach Ohrstöpseln würden diese lieber zum Rechtsanwalt greifen. Für die Zukunft müsse das Konzept des Schützenfestes komplett überdacht werden, sagt Förster jetzt. Bei der Entscheidung, das Fest 2018 nicht allein auszurichten, bleibe die Gilde. Wenn sich aber alle anderen Vereine entschieden, gemeinsam das Schützenfest auf die Beine zu stellen, wolle man sich nicht komplett aus der Verantwortung ziehen. „Es gibt einfach zu wenig Aktive; wir müssten die Kräfte bündeln und vielleicht sollten die Schützenvereine auch fusionieren“, so Förster.

Für den 17. August ist ein internes Treffen mit allen fünf ausrichtenden Vereinen geplant. Während der Sitzung soll entschieden werden, wie es mit dem Volks- und Schützenfest weitergeht.

Derzeit sehe es danach aus, dass das Jägercorps im kommenden Jahr einspringen wird, sagt der Vorsitzende Frank Zipsner. Das Jägercorps war bereits 2016 an der Reihe. Heinzel sagte Unterstützung zu.

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