weather-image
-2°

Schützenfest: Jägercorps spricht mit neuem Festwirt

SPRINGE. Das Jägercorps ist für die Ausrichtung des Schützenfestes mit einem neuen Festwirt im Gespräch. Doch noch ist viel zu klären.

Wie geht es weiter mit dem Springer Schützenfest? Foto: Archiv
saskia

Autor

Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

So schnell wie möglich solle jetzt ein Treffen mit dem Wirt vereinbart werden, um die Ausrichtung festzumachen.

Bei einem internen Treffen mit allen ausrichtenden Vereinen hatte Zipsner zuvor die Vorstände auf den neusten Stand gebracht. Parallel zu den laufenden Verhandlungen seien auch noch Anfragen bei weiteren Festwirten offen. „Die Termine sind zum Sommer hin schon fast alle belegt. Wir wollen auch nicht in den Ferien feiern und keine Parallelveranstaltung zu Aktivitäten in der Kernstadt starten. Daher sind wir nach Abgleich aller Termine so spät auf Ende September gekommen“, erklärt Zipsner. Anfang September findet bereits die Wirtschaftsschau auf dem Burghof statt, danach folgen das Oktoberfest und die 90-Jahr-Feier des Feuerwehrmusikzugs.

Zipsner erinnert daran, dass das Jägercorps erst kurzfristig für die Schützengilde als Ausrichter eingesprungen sei: So konnten die Planungen erst später beginnen. Dazu komme der Streit mit dem bisherigen Festwirt Jörg Ahrend.

Der wollte weniger zahlen als bislang – und hatte gegenüber der NDZ die Planung und Finanzierungsvorstellungen des Jägercorps kritisiert. Zu Zipsners Unverständnis: „Bei der Ausrichtung so einer Veranstaltung sollte immer etwas für eine Vereinskasse übrig bleiben.“ Auch die von Ahrend vermisste Transparenz bei den Finanzen habe es gegeben: „Er war immer informiert, was an den Tagen passieren soll, er wurde sogar von uns immer gefragt, ob er im Ablauf noch Änderungen wünscht.“ So fließe das Geld vom Festwirt etwa in die Gema-Gebühren, in die Umzüge, in Werbung oder in die eingeladenen Kapellen.

Aber auch das Erfüllen der zahlreichen Auflagen für das Sicherungskonzept bei den Umzügen oder die Versicherung kosten Geld. Das Jägercorps habe sich sogar bereit erklärt, die Kosten für die Musik am Sonnabend zu übernehmen. „Man kann sich denken, dass da ein kleines Sümmchen zusammenkommt.“

Sollten sich auch die Gespräche mit dem neuen Festwirt zerschlagen, habe das Jägercorps noch einen Plan C in petto. „Dazu wollen wir noch nichts sagen, da das Konzept hierzu noch mit der heißen Nadel gestrickt ist und wir noch nicht weiter im Detail planen wollen. Erstmal steht die Ausrichtung des Schützenfestes im Vordergrund“, betont Zipsner.

Forderungen nach schnellen und großen Programmreformen beim Schützenfest weist er zurück: Die Kooperation der Ausrichter laufe erst seit zwei Jahren. Änderungen funktionierten nur Schritt für Schritt: „Wir können nicht alles komplett über den Haufen werfen und alles neu gestalten.“ Gut angekommen sei etwa die Beteiligung externer Vereine beim Rahmenprogramm.

Zipsner wünscht sich, dass von Vereinsmitgliedern und Außenstehenden nicht nur gute Ratschläge kommen, sondern dass sich die Springer an der Planung beteiligen: „Dann könnten die mal mitbekommen, was das für eine Arbeit ist.“

Information

Aus Sicht von Wilfried Schmidt, NDZ-Leser aus Altenhagen I, seien die Probleme des Schützenfests „in erster Linie auf den derzeitigen Standort am Hallenbad zurückzuführen“. Um das Fest wieder attraktiv zu machen, müsse es „ins Herz der Stadt“ zurück, fordert Schmidt – und verweist auf Töpfer- oder Weihnachtsmarkt auf dem Burghof. Rat, Verwaltung, Vereine und Anlieger müssten gemeinsam „ein belastbares Konzept für die Zukunft erarbeiten“ – gegebenenfalls auch „gegen die Widerstände einiger weniger Festgegner.“

Grundsätzlichere Ursachen sieht Uwe Weiß aus Eimbeckhausen: „Alles hat seine Zeit“, sagt er. Die Entwicklung, die sich in Springe vollziehe, habe sein Heimatort Bad Münder „schon hinter sich“, sagt er: Dort gibt es schon seit Jahren kein Schützenfest mehr. Unabhängig von den Schützen oder anderen Veranstaltern sei „die Zeit der Zeltfeste“ klassischer Art vorbei, glaubt Weiß.

Seinen letzten Besuch beim Schützenfest in Springe vor einigen Jahren habe er aber auch so in schlechter Erinnerung: Als leidenschaftlicher Tänzer habe er mit seiner Frau einen schönen Abend im Zelt verbringen wollen: „Aber wie wenig da los war, das war schon beschämend. Wir sind um zehn nach Hause“, sagt er.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare