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Gerhart-Hauptmann-Achtklässler absolvieren Ausbildung / Rektorin über Einfluss von Internetportalen besorgt

Schüler für Mitschüler – Streitschlichter im Einsatz

Springe (ric). Erst ist es ein falsches Wort, ein Gerücht. Dann ein bisschen Gezanke. Schließlich fliegen Fäuste – eine fiktive Schulhofszene, nachgestellt von Rouven Schütt und Christina Horstmann. Sie sind Streitschlichter an der Gerhart-Hauptmann-Hauptschule. Sie setzen sich für ihre Mitschüler ein und lösen Konflikte.

Nachgestellte Szene: Die Streitschlichter Christina und Rouven h

Gerade haben acht Schüler, fast alle aus dem achten Jahrgang, eine Ausbildung erfolgreich absolviert. Jonas Freutel, Jannik Pospich, Timo Pospich , Jan Weber, Ina Hensch und Johanna Richter haben unter Anleitung der Schulsozialarbeiterin Elke Bodenstein theoretisches Wissen und Rollenspiele in einer Arbeitsgemeinschaft erlernt.

Angriffe

sind tabu

„Wir wollen vermitteln, sodass sich beide Kontrahenten vernünftig aussprechen können“, beschreibt Rouven die Vermittlerrolle der Streitschlichter. Das Ziel: Verlierer soll es nicht geben – alle sollen mit einem guten Gefühl aus dem Konflikt hervorgehen. „Wir sind dabei völlig unparteiisch“, erklärt Christina. Beim Streitschlichten müssen Regeln eingehalten werden, aussprechen lassen gehört dazu, verbale oder körperliche Angriffe sind tabu.

An der Gerhart-Hauptmann-Schule werden bereits seit 2003 Streitschlichter ausgebildet. Ein niederschwelliges Angebot unter Mitschülern. In schwerwiegenden Fällen sind allerdings weiterhin die Lehrer gefragt.

Gewalt in der Schule – darin sind sich die Pädagogen einig – hat es schon immer gegeben. Allerdings haben Experten festgestellt, dass die Brutalität zunimmt und der Respekt sinkt. Unwohl ist Rektorin Brigitte Lochte-Holtgreven beim Thema Internet: Beleidigungen würden immer mehr in der virtuellen Welt ausgesprochen und dann als Aggressionspotenzial mit in die Schule getragen. „Ich mache mir dabei ganz große Sorgen – eine Kontrolle beispielsweise im SchülerVZ lehne ich jedoch ab.“

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