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Tagesmütterdienst findet keine neuen Räume / Erzieherin: „Das tut in der Seele weh“

„Schneckenpost“ schließt Ende Juni

Altenhagen I (mari). Altenhagen I verliert die nächste Einrichtung: Der Tagesmütterdienst „Schneckenpost“ schließt Ende Juni. Den Erzieherinnen ist es nicht gelungen, im Ort neue Räume zu finden. Dabei hätten sie sich vor allem von der Stadt mehr Unterstützung gewünscht.

Den Standort Altenhagen will man offenbar nicht fördern: Bald stehen die Kinder vor verschlossenen Türen. Die „Schneckenpo

„Die Stadtverwaltung hatte leider kein Interesse daran, dass wir fortbestehen“, bedauert „Schneckenpost“-Gründerin Sabine Reis. „Direkt in Springe wäre das wohl etwas anderes gewesen, aber den Standort Altenhagen will man offenbar nicht fördern.“ Sabine Reis und Marion Großklaus haben vor 14 Jahren einen Spielkreis eröffnet. Anfangs betreuten die beiden ausgebildeten Erzieherinnen drei- bis sechsjährige Jungen und Mädchen, mittlerweile kümmern sie sich um zehn Kinder zwischen zwölf Monaten und drei Jahren – die „Krippe“ ist an vier Vormittagen geöffnet. Dass die Nachfrage stimmt, bescheinigt eine Warteliste. Die kleinen Besucher kommen allerdings nicht nur aus Altenhagen und Springe, sondern auch aus Hachmühlen und Bad Münder. Reis vermutet, dass das der Stadt ein Dorn im Auge war.

Die „Schneckenpost“ befindet sich in der früheren Poststelle (daher der Name „Schneckenpost“). Das Gebäude gehört der Stadt. Der Tagesmütterdienst – oder genauer die Bürgerinitiative für Kinder und Jugendliche in Altenhagen (KIDs) – durfte es mietfrei nutzen. Weil die Immobilie laut Konsolidierungsbeschluss verkauft werden soll, haben die Erzieherinnen die Kündigung erhalten. Sie schlugen daraufhin einen Umzug in den Keller der Grundschule vor. Dort stehe ein renovierter Raum leer, „und es ist alles da, was wir brauchen: ein Eingang ohne Treppenstufen, kleine Toiletten, eine Heizung...“, zählt Reis auf.

Doch die zuständige Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes lehnte mit Blick auf das fragliche Fortbestehen der kleinen Dorfschule ab. „Wir können keine neuen Nutzer in die Schule holen, bevor wir keine Zukunftsperspektive für das Gebäude haben“, erklärte sie Ende vergangenen Jahres im Gespräch mit der NDZ.

Auch die örtliche Kirchengemeinde habe abgewinkt, so Reis. Ein Umzug in ein ehemaliges Geschäft sei an den hohen Auflagen gescheitert. „Dass nach 14 Jahren Schluss ist, tut mir in der Seele weh“, sagt Reis. Alle Eltern sind über das Aus informiert worden. „Das Bedauern war natürlich groß.“

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