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Porträt: Was die Künstlerin Layana Moro antreibt

Schmetterling und Schnecke

Eldagsen (zett). Auf dem Stativ ein Bild, ein Relief: Eine Schmetterlingsschnecke soll es mal werden, sagt Layana Moro: „Das bin ich, das ist mein Wesen.“ Sie lacht gerne – aber jetzt scheint es ihr ernst zu sein. Die 51-jährige Künstlerin aus Eldagsen steckt voller Überraschungen.

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Das mit der Schnecke erklärt sie so: „Ich bin schön langsam und lasse mich nicht abbringen. Aber ich bin auch schnell zu begeistern, springe gerne herum.“ Begeistert hat sie vor allem die Kunst, die Spiritualität. Und das schon zwei Mal in ihrem Leben. Bis sie 19 Jahre alt war, hat sie gemalt, sich mit Künstlern beschäftigt: „Und dann nicht mehr.“ Sie arbeitet als Grafikerin, Mediengestalterin, die Zeit fehlt, der Jobstress entfernt sie immer weiter von ihrer Leidenschaft. Bis 2005: „Das war für mich ein Schlüsseljahr.“ Nach einem Schicksalsschlag sei ihr „alles egal“ gewesen, erinnert sich Moro: „Da habe ich gesagt: Jetzt machst du all das, was du schon immer machen wolltest.“ Zaghaft beginnt sie wieder zu zeichnen, zuerst auf quietschgelbem Flyerpapier: „Damit ich mir das nicht überheblich an die Wand hänge“, erinnert sie sich.

Bei einer Künstlerin aus Gehrden beginnt sie schließlich ein Privatstudium, erfüllt sich so ihren Jugendtraum. In Moros Küche hängt noch ein Bild von früher, aus ihrer dunklen Phase. „Das wollte ich eigentlich gar nicht aufhängen“, sagt Layana Moro. „Aber dann habe ich es doch gemacht.“ Für die Eldagsener Künstlerin gehört diese erste Malphase eben dazu, zu dem, was sie heute ist. Sie beschäftigt sich viel mit Philosophie, Psychologie, trainiert Tai-Chi, Chigong, momentan erarbeitet sie sich Yoga: „Diese Dinge möchte ich gerne auch unterrichten“, sagt sie.

Einigen Springern ist Moro durch ihre Teilnahme am Projekt „Kunst bewegt – Springe lebt“ bekannt geworden. Ende vergangenen Jahres stellte sie in leerstehenden Kernstadtgeschäften ihre Bilder aus, um auf die Lücken im Geschäftsleben aufmerksam zu machen. „Das war viel Arbeit – aber ich bin stolz auf mich, dass ich es gemacht habe“, sagt Moro heute. Ihre Arbeit, sie beschäftigt die Eldagsenerin: „Ich bin beim Malen ein totaler Chaot“, beschreibt sie. „Immer nur Landschaftsbilder, das wäre mir zu langweilig.“ Stattdessen malt sie auf zwei Arten – entweder mit Plan, mit Skizze, durchdacht. Oder drauf los, aus dem Bauch, aus dem Herzen. Mit Erfolg? „Die wenigsten Künstler sind mit sich zufrieden“, sagt die 51-Jährige, „das ist bei mir nicht anders.“ Sie lacht, ihre Augen funkeln. Layana Moro ist eben doch mehr ein Schmetterling.

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