weather-image
20°
Handfester Streit bei Bilanzgespräch zum Volksfest / Trotte fürchtet um Zukunft der Veranstaltung

Schausteller droht mit Verleumdungsklage

Von Christian Zett

Springe. Es knallt mächtig zwischen Schausteller Lothar Ahrend und der Springer Feuerwehr. Der Eldagsener brachte gestern Abend seinen Rechtsbeistand mit zur Bilanzbesprechung nach dem Volksfest. Er warf den Ausrichtern vor, ihn in die Nähe von „Mafia-Methoden“ und Einschüchterungen gegen den eigentlich eingeplanten Schausteller zu rücken. Und drohte mit Klagen.


Von Christian Zett

Springe. Es knallt mächtig zwischen Schausteller Lothar Ahrend und der Springer Feuerwehr. Der Eldagsener brachte gestern Abend seinen Rechtsbeistand mit zur Bilanzbesprechung nach dem Volksfest. Er warf den Ausrichtern vor, ihn in die Nähe von „Mafia-Methoden“ und Einschüchterungen gegen den eigentlich eingeplanten Schausteller zu rücken. Und drohte mit Klagen.

Auslöser für den Streit war die überstürzte, vorzeitige Abreise des eigentlich engagierten Schaustellers aus Celle (NDZ berichtete). Zwar hatte die Feuerwehr danach Ahrend als kurzfristigen Ersatz anheuern können – gleichzeitig aber ihren Unmut über den Vorfall mit einem großen Banner am Festzelt-Eingang Ausdruck verliehen. „Unser Festplatz beginnt hier“ stand darauf – offenbar eine bewusste Distanzierung von Ahrends draußen aufgestellten Fahrgeschäften und Buden. „Normalerweise ist das für mich ein Grund, alles abzuschließen und abzubauen“, sagte der Schausteller gestern Abend. Er sei lediglich kulant gewesen, „weil ich schon seit 30 Jahren hier vor Ort bin“. Ortsbrandmeister Markus Voß räumte ein, ohne Ahrends Einspringen hätte man das ganze Fest wohl absagen müssen.

Andererseits habe die Feuerwehr auch das umstrittene Banner aufgehängt und damit sicherlich „überreagiert“ – gleichzeitig sei aber die Kommunikation zwischen ihr und Ahrend nicht optimal gewesen. Voß‘ Stellvertreter Dirk Berneisen erklärte, nach seinen Informationen habe der Celler Schausteller bei seiner plötzlichen Abreise „große Angst“ gehabt, weil ihm jemand kurz zuvor erst seinen Autoscooter zerstört habe. Viele Gerüchte hätten daraufhin während des Festwochenendes kursiert – unter anderem auch das der „Mafia-Methoden“. Ahrend dagegen betonte mehrfach, von dieser Vorgeschichte nichts gewusst zu haben. Dem Celler unterstellte er, nur wegen der schlechten Lage des Festplatzes und des zu erwartenden Verlustes abgereist zu sein.

Laut Voß hatte die Feuerwehr mit dem neuen Festwirtspaar Thomas und Michaela Peisker einen Vertrag geschlossen, der vorsah, „dass der Festwirt selbst einen Schauspieler benennt“. Man habe sich auch aus Kostengründen gegen den bisherigen Festwirt Wolfgang Mildner entschieden. Peisker wählte den Schausteller aus Celle – dass dabei auch Mildners langjähriger Mitstreiter Ahrend zunächst auf der Strecke blieb, wurmte den Eldagsener auch gestern noch sichtlich. Genau wie die Worte von Ortsbürgermeister Jürgen Trotte, der den geplanten Neuanfang an sich lobte: „Dass es nicht so gekommen ist, war für mich eine Enttäuschung.“

Über mögliche Konsequenzen aus dem Streit äußerte sich Voß gestern zunächst zurückhaltend. Man wolle jetzt mit den anderen am Volksfest beteiligten Vereinen sprechen: „Wir klinken uns aber nicht aus“, versprach der Ortsbrandmeister. Insgesamt zeigte er sich zufrieden mit dem Verlauf des Festes – wenn die Besucherzahl auch insgesamt hätte höher sein können.

Trotte dagegen gab diese Entwicklung zu denken. Das Schützenfest als Veranstaltung sei „verbraucht“, so der Ortsbürgermeister. Es gebe zahlreiche Konkurrenzveranstaltungen. Die Lage des Festplatzes an der Harmsmühlenstraße sei eben auch nicht ideal, eine langfristige Rückkehr an den Burghof „komplett gegessen“. In einem Wortwechsel mit Ahrend prognostizierte Trotte gar: „Dann stirbt eben so ein Schützenfest.“

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare