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Angepeilte Übergabe zum August kaum noch haltbar / Stadt will Rechtsanwalt einschalten

Rote Schule: Wo bleibt der neue Träger?

Springe. Die Suche nach einem langfristigen Träger für die Kita „Rote Schule“ zieht sich länger hin als geplant. Hinter den Kulissen deutet sich an: Ein neuer Betreiber kann das Ruder frühestens zum Jahreswechsel übernehmen.


Springe. Die Suche nach einem langfristigen Träger für die Kita „Rote Schule“ zieht sich länger hin als geplant. Hinter den Kulissen deutet sich an: Ein neuer Betreiber kann das Ruder frühestens zum Jahreswechsel übernehmen. Die Stadt will sich wie angekündigt einen Juristen an ihre Seite holen und Bewerber-Anforderungen erstellen. 40 000 Euro sind dafür im Haushalt eingeplant.

Der zuständige städtische Fachbereichsleiter Clemens Gebauer würde am liebsten sofort ins Verfahren einsteigen. Das Thema hat jedoch eine emotionsgeladene Vorgeschichte, „und ich bin da etwas überfordert“, gibt Gebauer unumwunden zu. Ohne Rechtsanwalt gehe es deshalb nicht – mit dem können die Gespräche jedoch erst dann aufgenommen werden, wenn der städtische Haushalt genehmigt worden ist, also das beantragte Geld frei ist.

Die Kita „Rote Schule“ wurde bis zum Sommer 2014 von der Kirche betrieben. Die Stadt kündigte den Vertrag, weil ihr die Einrichtung im Vergleich zu anderen im Stadtgebiet zu teuer war. Der freie Träger „Klax“ wollte übernehmen, die Eltern reagierten jedoch mit einem monatelangen Protest. Bei einem Bürgerbegehren sammelten sie gar 3237 Unterschriften und zogen vor Gericht. Am Ende sprang die Stadt in die Bresche – eine Übergangslösung für maximal zwei Jahre, wie es bislang hieß.

Doch die Zeit bis August wird knapp: Das Erstellen der Anforderungen wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen, auch die Ausschreibung dauert. Und jeder neue Träger braucht eine Vorlaufzeit. Eine Staffelübergabe zum Jahreswechsel ist denkbar, aber auch nicht wirklich glücklich: Das Kita-Jahr geht von August bis Juli.

Und dann gibt es noch immer einen Plan B: Laut Ratsbeschluss wird die Neuvergabe angestrebt, die Politiker könnten ihren alten Beschluss aber auch ändern und einen Verbleib der Kita bei der Stadt durchsetzen.

„Ich bin da hin- und hergerissen“, gibt Gebauer zu. Eine Einrichtung, auf die die Stadt direkt zugreifen könne, habe durchaus Vorteile. Zwar seien die Kosten etwas höher als bei anderen Trägern, „aber das liegt nicht weit auseinander“, so Gebauer. „Das ist nicht so viel, dass ich sagen möchte: Alles auf eine Karte und raus mit dem Ding.“

In der „Roten Schule“ werden derzeit 85 Kinder betreut. Es gibt zwei Krippen- und eine Kindergartengruppe sowie einen Hort. Vor Ort arbeiten 15 Erzieher beziehungsweise Sozialassistenten.

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