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„Eine Vertrauensperson“: Hebamme Klawier berät Paare während der Schwangerschaft und nach der Geburt

Richtig baden gehen

Springe. Emilia Josephine liegt entspannt im Wasser, schaut neugierig zu ihren Eltern und planscht. Zehn Tage ist sie alt und gerade erst nach Hause gekommen, wo sie bestens betreut wird – von ihren Eltern, aber auch von Hebamme Inka Klawier.


Springe. Besonders aufgeregt ist sie nicht: Emilia Josephine liegt entspannt im Wasser, schaut neugierig zu ihren Eltern und planscht. Zehn Tage ist sie alt und gerade erst aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen, wo sie bestens betreut wird – von ihren Eltern, aber auch von Hebamme Inka Klawier.

„Jeder sagt etwas anderes“, beklagt die frischgebackene Mutter Kim Steiert. Im Internet gäbe es Tausende Ratgeber, wie sich Frauen in der Schwangerschaft und nach der Geburt verhalten sollten, was sie dürfen und was nicht. „Natürlich hat man auch Ängste“, sagt Steiert. Und diese Sorgen seien ihr von Klawier genommen worden. „Sie ist eine Vertrauensperson geworden“, sagt die 27-Jährige, die froh ist, Klawier an ihrer Seite zu haben. Und dann sei keinesfalls selbstverständlich, denn der Beruf ist vom Aussterben bedroht. Der Nachwuchs fehlt.

Klawier begleitet das erste Lebensjahr des Kindes, beantwortet Fragen rund um das Stillen und Ernährung und zeigt den beiden jungen Eltern, wie sie ihre Tochter baden sollen. Das Klischee, Männer wechseln keine Windeln oder würden nicht mit anpacken, trifft bei dieser Familie nicht zu. Vater Rene Schütte ist vorsichtig und holt sich den Rat von der Hebamme, dann klappt es auch ohne Hilfe.

„Es ist ganz wichtig, die Männer mit einzubeziehen“, betont Klawier. Der 30-jährige Vater bekommt Tipps an die Hand, wie das Baby gewickelt wird und was beachtet werden sollte. Die Eltern sollten in ihren Fähigkeiten nur bestärkt werden und sie möchte praktische Ratschläge zum neuen Leben mit dem Nachwuchs bieten. „Das Kind kann sich noch nicht mitteilen, aber es zeigt ziemlich schnell, was es braucht.“ Erkennen, ob ihre Tochter hungrig oder müde ist oder einfach nur Aufmerksamkeit und Nähe braucht, fällt den Eltern schon leichter.

Fünf bis sechs Familien besucht Klawier im Monat durchschnittlich. „Ich bin rund um die Uhr erreichbar und stehe für Fragen zur Verfügung. Es ist ganz normal, dass sich viele Eltern absichern möchten.“

Seit 20 Jahren ist Klawier in dem Bereich tätig und weiß, was die Eltern beschäftigt. Die Themen Ernährung und Entwicklung spielen heute eine wichtige Rolle. Vor 20 Jahren seien Hebammen gerade einmal zehn Tage zur Nachbetreuung gekommen. „Heute ist die Versorgung viel besser.“ So werden die Eltern mit ihren Fragen und Ängsten nicht alleine gelassen und für Klawier steht am Ende der Betreuung fest: „Ich kann mit gutem Gewissen gehen.“ Durch die vielen Besuche und Gespräche entstehe eine sehr persönliche Beziehung zu den Paaren und der Kontakt bleibe oftmals auch über die Betreuungszeit hinaus bestehen.

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