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Lösung für marode Schuppen in Sicht: Kostenloser Parkplatz für Pendler geplant

Region will Ruinen kaufen

Springe. Im jahrelangen Zwist um die eingestürzten Schuppen am Bahnhof zeichnet sich eine Lösung ab: Nach Angaben des zuständigen Verkehrsdezernenten Ulf-Birger Franz plant die Region, die Gebäude zu kaufen, abzureißen – und dort endlich den lange ersehnten kostenlosen Pendlerparkplatz zu bauen.

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VON CHRISTIAN ZETT

Der Wunsch, er ist indes nicht ganz neu: Die NDZ berichtete schon 2004 von diesen Plänen, zitierte im Winter 2006 Regionssprecher Klaus Abelmann mit den Worten: „Auch wir hegen den Wunsch, den Güterschuppen abzureißen, damit neue Parkplätze entstehen.“

2011 segnete die Springer Politik die Pläne eines privaten Investors ab, anstelle der Schuppen 60 Parkplätze zu bauen – die allerdings kostenpflichtig sein sollten. Doch seitdem stockt das Projekt: Zunächst hieß es, Verhandlungen über die Einrichtung einer Buswendeschleife sorgten für Probleme. Dann war sich der Investor offenbar nicht mehr sicher, ob sich das Vorhaben überhaupt finanziell rechnen würde.

Die Schuppen verfielen indes immer weiter – weil sie jedoch korrekt abgesichert sind, waren Stadt und Politik trotz verschiedener Versuche die Hände gebunden. Zuletzt war es Bau-Chef Reinhard Schade nur unter Mühen gelungen, überhaupt einen Dialog mit dem Unternehmen aus Herford zu führen.

Und jetzt? Alles wieder auf Anfang, zehn Jahre sind vergangen, in denen die Bahnhofsentwicklung an dieser Stelle gleich Null war. „Das hätte man alles schneller haben können“, räumt auch Dezernent Franz ein.

Die Region hatte kaum einen Hehl daraus gemacht, wie wenig ihr die Bezahl-Parkplatz-Pläne in Springe passten: Sie setzt darauf, wie in Bennigsen oder Völksen mit kostenlosen Stellflächen Pendler zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen.

Zwischenzeitlich hatte die Region gar angezweifelt, ob der neue Springer Parkplatz überhaupt nötig sei: An der Jägerallee auf der Nordseite stünden genügend kostenlose Flächen zur Verfügung. Das will Franz jetzt nicht mehr unterschreiben; er setzt auf den Neubau: „Das halten wir für die beste Lösung.“

Für ihn spielt dabei auch die Ästhetik eine Rolle: Die Springer Politik hatte immer wieder beklagt, der marode Schuppen sei nicht nur ein Sicherheitsrisiko – sondern auch eine desaströse Visitenkarte für Springe, die aussteigende oder durchfahrende Bahnpassagiere abschrecke. Franz stimmt zu: „Das stimmt – da muss einfach etwas passieren.“

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