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Stadt will Aufgaben in eigenen Räumen wahrnehmen / Kooperationspartner sollen zum DRK umziehen

Prestigeobjekt Familienbüro wird abgewickelt

Springe (zett). Die Tage des Prestigeobjekts Familienbüro scheinen endgültig gezählt. Hinter den Kulissen arbeitet die Verwaltung bereits an Plänen für die Zeit nach dem 31. Juli, wenn die Landesförderung für das Büro ausläuft.


Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes erklärte gestern, grundsätzlich sei die Aufgabe der repräsentativen Räume am Niederntor eine politische Entscheidung. Es gehe dabei um die Sachkosten für Miete und Öffentlichkeitsarbeit. Das Personal, das mit zwei halben Stellen im Familienbüro gemeinsam mit Kooperationspartnern wie Kinderschutzbund und Diakonie tätig ist, soll nach aktuellen Plänen in städtischen Räumen weiterarbeiten. „So produzieren wir keine weiteren Kosten“, sagte Wiese-Cordes. Gesucht werde nach einem zentralen Standort. Nähere Angaben wollte sie nicht machen. Nach NDZ-Informationen soll es sich jedoch um das Alte Rathaus handeln, in dem später zusätzlich der geplante Pflegestützpunkt Deister und das städtische Bürgerbüro angesiedelt werden könnten.

Der Abschied vom Vorzeige-Standort für das Familienbüro lässt Wiese-Cordes relativ kalt. Die Aufgaben der Stadt, wie Kindertagespflege, Familienberatung oder Jugendhilfe, seien wichtiger – und würden nicht schlechter wahrgenommen, „wenn die Verwaltungskraft in einem kleineren Raum sitzt“.

Hinter den Kulissen laufen auch Gespräche darüber, wo sich künftig die anderen Nutzer des Familienbüros ansiedeln könnten. Denn nach dem Umzug der Stadt werde es eine gemeinsame Nutzung der neuen Räume nicht mehr geben, stellt Wiese-Cordes klar.

Bislang sind im Familienbüro auch mehrere Selbsthilfegruppen aktiv, die städtische Seniorenbeauftragte hält ihre Sprechstunden genauso hier ab wie die Betreuungsberatung der Region und die Polizei – auch das Diakonie-Familienprojekt „wellcome“ zeigt Präsenz und der Kinderschutzbund beschäftigt eine Honorarkraft.

„Damit die nicht alle auf der Straße stehen“, sagt Wiese-Cordes, führe man Gespräche mit dem Roten Kreuz. In dessen Gebäude „An der Bleiche“ stehen seit dem Auszug des Kreisverbandes Räume leer: „Der DRK-Vorstand bemüht sich, dort soziale Initiativen zu beheimaten“, weiß Wiese-Cordes.

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