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Polizei kontrolliert zum Schuljahresbeginn den Verkehr

SPRINGE. Parken im absoluten Halteverbot, Wenden auf dem Gehweg, Missachtung des Zebrastreifens: Seit Schuljahresbeginn kontrolliert Jens Günther, Kontaktbeamter der Polizei, verstärkt die Straßen vor den Grundschulen in der Kernstadt und den Ortseilen. Aus gutem Grund.

Jens Günther hält zwei Radfahrer an, die unerlaubt den Bürgersteig benutzen. Foto: Hermes
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

„Es geht mir vor allem um Prävention“, sagt er. Die Erstklässler seien teilweise noch unsicher unterwegs auf ihrem Weg zur Schule „und die Autofahrer haben es immer eilig“, betont der Polizist. Dieser Umstand führe auch mal zu brenzligen Situationen. „Und das möchte ich durch meine Präsenz vermeiden.“ In den vergangenen Tagen hat er mehrmals die Kreuzung an der Militsch-Trachenberger-Straße und Adolf-Reichwein-Straße genauer unter die Lupe genommen.

„Die Kreuzung hat es in sich. Zunächst einmal gilt rechts vor links und dann gibt es auch noch an jeder der vier Straßenseiten einen Zebrastreifen.“ Es sei interessant zu beobachten, wie sich die Autofahrer auf die Vorfahrt einigten. „Vor allem, wenn gleichzeitig von jeder Seite ein Fahrer kommt – das passiert morgens im Berufsverkehr nämlich sehr oft.“ Und dann müssten die Autofahrer auch noch auf Fußgänger und Radfahrer achten.

Auffällig: Sobald die Verkehrsteilnehmer den Polizisten am Rand entdecken, verändert sich ihr Verhalten. „Damit habe ich doch schon erreicht, was ich will“, erklärt Günther. „Viele fühlen sich ertappt, meist auch unbegründet, aber sie überdenken ihr Verhalten im Straßenverkehr.“

Kaum hat er den Satz gesprochen, winkt er ein an ihm vorbeifahrendes Auto heran. Auf dem Beifahrersitz befindet sich ein etwa fünf Jahre altes Kind. „Ohne entsprechende Sicherung“, erklärt Günther. „Das Kind saß in einem Kindersitz, der nicht altersgerecht war und zudem war der Anschnallgurt nicht richtig angebracht.“ Geahndet wird das Fehlverhalten des Fahrers des Wagens nicht, aber der Polizist spricht eine Verwarnung aus.

Tickets schreibt Jens Günther allerdings, wenn es ums Parken im Halteverbot geht. „Den Eltern ist es nicht gestattet, vor der Grundschule zu halten – nicht mal, um kurz ihr Kind abzusetzen“, sagt der Kontaktbeamte und schreibt gleichzeitig ein Kennzeichen auf. „Der Halter des Fahrzeugs wird in den nächsten Wochen Post von der Region bekommen.“ Wie viele andere auch. „An das Halteverbot halten sich die meisten Eltern nämlich nicht.“

Es dauert keine zwei Minuten, da stoppt der Polizist zwei Schüler, die den Bürgersteig mit ihren Fahrrädern als Rennpiste missbrauchen. „Wenn ihr so schnell um die Kurve fahrt, könnt ihr nicht einsehen, wer euch dann entgegenkommt. Eine Oma mit Rollator hat keine Chance auszuweichen. Ein Zusammenstoß ist vorprogrammiert“, weist Günther die beiden Jungen zurecht. Ein Lob hält er hingegen für zwei sechsjährige Mädchen bereit, die ganz nach Vorschrift den mit gelben Füßen vorgezeichneten Weg zur Grundschule nehmen. „Sehr gut macht ihr das.“

Dass Jens Günther vermehrt an den Grundschulen Position bezieht, hat sich bereits herumgesprochen. Viele Schüler sprechen ihn direkt an, zeigen Interesse an seiner Arbeit. „Auch die Eltern sind dankbar, dass ich hier immer mal wieder in regelmäßigen Abständen nach dem Rechten schaue.“

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