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Konzern: „Filialnetzoptimierung“ / Ortsrat will Leerstand verhindern und Schuhmarkt anwerben

Penny-Markt schließt zum Jahresende

Eldagsen (mari/mf). Penny verabschiedet sich vom Einkaufskarree am Pfingstanger in Eldagsen: Der Lebensmittel-Discounter schließt zum Jahresende. Wie lange das Gebäude leer stehen wird, ist unklar.

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Eine Sprecherin des zur Rewe-Gruppe gehörenden Unternehmens bestätigte auf Anfrage, dass die Eldagsener Filiale zum 31. Dezember aufgegeben werden soll. Als Grund nannte sie eine „in der Handelslandschaft übliche und permanente Filialnetzoptimierung“. Eine Nachnutzung der Fläche sei nicht geplant.

Die Einkaufskette leidet unter starkem Konkurrenzdruck. Auf der einen Seite hat Penny die Branchengrößen Aldi und Lidl im Nacken. Gleichzeitig muss sich der Discounter auch gegen die preiswerten Eigenmarken in den Märkten der Konzernschwester Rewe behaupten. In Eldagsen grenzen Rewe und Penny gleich nebeneinander.

Für Ortsbürgermeister Ralf Burmeister ist das Aus keine gute Nachricht: „Wir bedauern jeden Weggang eines Versorgers.“ Ihn ärgere „jeder Leerstand in unserer Stadt – egal, ob es in der Langen Straße oder Am Pfingstanger ist.“

Der Ortsrat werde seine Hände nicht in den Schoß legen und abwarten, wann ein neuer Mieter gefunden wird. „Wir werden aktiv auf Interessenten zugehen“, kündigt Burmeister an. Ideal für den Standort sei ein Discounter, „aber ich könnte mir dort auch einen Schuhmarkt oder einen kleinen Baumarkt sehr, sehr gut vorstellen.“

Branchenkenner glauben indes, dass es schwer werden wird, einen Nachnutzer für die Immobilie zu finden. Für Aldi und Lidl sei Eldagsen als Einzugsgebiet nicht groß genug. Zudem sei die vorhandene Verkaufsfläche zu klein, um die neuen Marktkonzepte umzusetzen. Auch der zu Edeka gehörende Netto-Discounter dürfte kaum Interesse haben. Und NP plane gerade eine Erweiterung am vorhandenen Standort an der Langen Straße. „Da zieht bestenfalls ein Restpostenmarkt ein“, glaubt ein in der Region tätiger Projektentwickler für Einzelhandelsstandorte.

Immerhin: Nach dem Penny-Weggang werden am Pfingstanger noch Rewe, ein Schlecker-Drogeriemarkt und eine Filiale vom Textil-Diskont Kik bleiben. Penny hat in Eldagsen nur ein kurzes Gastspiel gegeben. Der Markt war erst Mitte Februar 2009 an den Pfingstanger gezogen, als Nachfolger des Plus.

Damals hatte Tengelmann seine Filialen in der Kernstadt Springe und in Eldagsen aufgegeben. Hintergrund war der Zusammenschluss der Tengelmann-Tochter Plus mit Netto, die wiederum zur Edeka-Gruppe gehören. Das Kartellamt hatte eine Fusion an Bedingungen geknüpft. So mussten einzelne Filialen an die Konkurrenz verkauft werden – dazu gehörte der Standort in der Gehlenbachstadt.

Mit der anstehenden Schließung seien keine Kündigungen verbunden, sagt die Unternehmenssprecherin: „Allen Mitarbeitern ist eine Versetzung in benachbarte Filialen angeboten worden.“ Wie viele Angestellte dieses Angebot annehmen, sei noch nicht bekannt.

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