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Party läuft aus dem Ruder: 19-Jähriger vor Gericht

VÖLKSEN. Es sollte eine fröhliche Geburtstagsparty im Völksener Gemeindehaus werden: Doch die Feier zweier junger Frauen im November vergangenen Jahres lief aus dem Ruder, jetzt musste sich der 19-jährige Freund eine Gastgeberin vor Gericht verantworten.

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Er hatte einen Gast am Hals verletzt und – alkoholisiert – sein Auto ein kleines Stück bewegt. Nur durch das beherzte Eingreifen des Pastors als Hausherren des Geländes konnte der junge Mann am Fahren gehindert werden.

Der Unfrieden begann offenbar schon beim unterschiedlichen Musikgeschmack. Der 19-Jährige wollte als DJ für die Musik auf der Party sorgen.

Doch seine Auswahl traf nicht immer den der Feiernden und hatte schon vor der Party für Streitereien innerhalb der eigens für die Party gegründete WhatsApp-Gruppe gesorgt. „Sie haben sich über mich lustig gemacht“, berichtete er. Und als er für mehrere Pausen die Musikanlage verließ, habe ein anderer sein Smartphone angeschlossen und andere Musik laufen lassen.

Die Stimmung war also nicht die beste, als der 19-Jährige sich mit seiner Freundin stritt und sie wegen ihrer Kleidung an diesem Abend beschimpfte. „Du läufst rum wie eine Hure“, habe er gesagt, räumte der Angeklagte ein. Das bedaure er sehr. Die Freundin lief weinend auf die Toilette, wo sie von anderen getröstet wurde.

Als ihn einer der Anwesenden in dieser Situation fragte, warum er die junge Frau beleidigt habe, reichte es dem Angeklagten offenbar. Er griff dem anderen an den Hals und soll zugedrückt haben. „Ich konnte erst nicht mehr schlucken und hatte Schmerzen“, berichtete der junge Mann in seiner Zeugenaussage vor Gericht. Der Angeklagte aber erklärte, er habe ihn nur wegschieben wollen.

Nach diesem Vorfall war die Party jedenfalls gelaufen. Der Angeklagte baute seine Anlage ab und verstaute sie in seinem Auto auf dem Parkplatz vor dem Gemeindehaus. Der Streit mit den anderen Gästen ging im Freien allerdings lautstark weiter und rief auch den Pastor auf den Plan.

Der Vater der Freundin bestärkte den Hausherren darin, den betrunkenen jungen Mann am Autofahren zu hindern. Und während ein Freund des Angeklagten versuchte, durch das Fahrerfenster den Schlüssel abzuziehen, stellte sich der Pastor vor den Wagen. Das Auto bewegte sich schließlich wenige Zentimeter rückwärts. Dann stieg der junge Mann aus und die alarmierte Polizei kam.

Die Beamten nahmen dem jungen Mann, der einen Blutalkoholwert von 1,5 Promille aufwies, den Führerschein ab. Im Gerichtssaal bekam er die Lizenz jetzt nach nunmehr sechs Monaten wieder ausgehändigt. Der Jugendrichter Christian Lubrich stellte das Verfahren gegen eine Geldauflage von 250 Euro ein. Das Geld fließt an die Völksener Kirchengemeinde.

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