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Bürgermeister-Wahl: Lutz Hoffmann tritt als erster unabhängiger Bewerber an

Ohne parteipolitische Zwänge

Springe. Er bringt keine politische Erfahrung mit und hat keine stützende Partei im Rücken. Trotzdem will Lutz Hoffmann (51) für das Amt des Springer Bürgermeisters kandidieren – oder besser: Er bewirbt sich genau deshalb. „Weil ich nicht nach parteipolitischen Zwängen agieren muss, sondern ein Konzept nach meiner eigenen Überzeugung erstellen kann. Und weil ich die nötige Frische mitbringe.“

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VON MARITA SCHEFFLEr

Hoffmann ist der erste unabhängige Kandidat, der sich nach vorne traut. Weitere Bewerber gibt es bislang nur aus den Reihen von SPD und CDU. Sie alle müssen bis zur Nominierung aber noch das interne Auswahlverfahren durchlaufen.

Hoffmann dagegen muss in Springe 180 Unterstützerunterschriften sammeln und sich auf anstrengende Wochen einstellen. Als Einzelkämpfer kümmert er sich selbst um die Organisation und Bezahlung seines Wahlkampfs. Alleine steht er jedoch trotzdem nicht da: Er habe bereits einen Helferkreis um sich versammelt, erzählt der verheiratete Kernstädter, der Vater von zwei Jungen (18 und 25) ist. Außerdem gebe es drei Personen, die ihm ihre finanzielle Unterstützung zugesagt haben.

Sein Wahlkampf-Konzept hat der 51-Jährige fast fertig formuliert. Gerade arbeitet er an einem Facebook-Auftritt, Flyern, Visitenkarten und Plakaten. „Meine Kandidatur ist kein Schnellschuss“, erklärt Hoffmann. Bei der Regionspräsidenten-Wahl im Mai vorigen Jahres – Hoffmann war als Wahlhelfer im Rathaus – plauderte er mit Bürgermeister Jörg-Roger Hische und meinte, er hätte durchaus Lust, 2019 als dessen Nachfolger anzutreten. „Hische hat mich sofort ermutigt. Wir hatten einen guten Draht zueinander“, erinnert sich Hoffmann. „Seitdem ist mein Plan gereift.“

Der Verwaltungswirt hielt auch an seinem Vorhaben fest, als Hische im Februar dieses Jahres verkündete, sich im Herbst 2016 vorzeitig zur Ruhe setzen zu wollen. Nach dem überraschenden Tod des beliebten Rathaus-Chefs muss jetzt bereits im Januar gewählt werden.

Hoffmann arbeitet seit 30 Jahren bei der Region Hannover, in der Straßenverkehrsbehörde. Mit Verwaltungsarbeit kennt er sich deshalb aus – und weiß: „Leider denken viele, die Verwaltung ist zum Knebeln der Bürger da.“ Es gehe jedoch auch anders, ist der 51-Jährige überzeugt: „Eine Verwaltung sollte ein Unternehmer sein, das wertvolle Leistungen anbietet.“ Eine Servicestelle, die sich nicht zu wichtig nehmen darf, denn: „Das Wohlbefinden der Bürger hängt nicht vom Personalausweis ab, sondern von Vereinen und anderen Dingen, die das Leben vor Ort lebenswert machen.“ Er wolle „die Marke Springe für die Zukunft etablieren“, die Deisterstadt „nach vorne bringen“ und dafür sorgen, dass sie im Wettbewerb mit den umliegenden Gemeinden bestehe könne.

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