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Neuer Fußweg soll Anwohner an Grünschnitt-Entsorgung hindern

SPRINGE. Soziale Kontrolle nennt es der Fachmann. Und meint zum Beispiel, dass einer nicht so schnell etwas Unrechtes tut, wenn er fürchten muss, von den anderen dabei beobachtet oder dafür gar kritisiert zu werden. Auf dieses Phänomen setzt man jetzt auch im Springer Rathaus

Am Erdwall entlang soll künftig ein öffentlicher Fußweg führen – und damit auch gegen verbotene Entsorgung helfen. FOTO: HERMES
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Darauf setzt man bei einem neuen Fußweg, der im Norden der Kernstadt eingerichtet werden soll.

Konkret geht es um einen Pfad, der bislang nur von Arbeitern im Auftrag der Stadt genutzt wird: Sie pflegen von dort aus einen bepflanzten Grünwall, der einst das schwere Gewerbe auf dem Bähre-Gelände von dem ruhigeren Wohnviertel zwischen Eichendorffstraße und Grasweg trennte. Betritt man den Pfad direkt am Ende der Eichendorffstraße, kann man entlang des Walls, hinter dem inzwischen Neubauten wachsen, bis zum Spielplatz an der Friedrichstraße laufen. Theoretisch. Denn bislang versperrt ein Tor den Zugang. Die Stadt möchte das jetzt ändern: Der Ortsrat soll am Donnerstag beschließen, aus dem Unterhaltungspfad einen öffentlichen Fußweg zu schaffen.

Und dann kommt die soziale Kontrolle ins Spiel. Wer diesen „attraktiven Spazierweg“ nutzt, so hofft die Verwaltung in einer Beschlussvorlage für den Ortsrat, der könnte während seines Gangs am Wall auch gleich indirekt ein Auge auf die Besitzer der angrenzenden Privatgrundstücke haben: Man habe nämlich „verschiedentlich beobachtet“, so die Stadt, „dass wahrscheinlich anliegende Grundstücke ihren Grünschnitt aus dem Garten auf dem Weg entsorgen.“ Also: schöner spazieren und dabei kontrollieren – zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. So nennt das der Fachmann.

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