weather-image
10°

NDZ-Serie: Das sind die Probleme im Nahverkehr

Dass Springe abgehängt ist, kann man nicht sagen: In der Stadt und um sie herum kann man sich mit zahlreichen Möglichkeiten bewegen. Dass es trotzdem in fast allen Bereichen Kritik oder Probleme gibt, zeigt vor allem eines: Das Thema Verkehr beschäftigt fast jeden.

270_0900_29583_verkehr.jpg

Autor:

VON CHRISTIAN ZETT

SPRINGE. Dass Springe abgehängt ist, kann man nicht sagen: In der Stadt und um sie herum kann man sich nicht nur zu Fuß, mit dem Auto oder mit dem Rad bewegen – sondern auch per Taxi, per Bus und vor allem in einem gut ausgebauten S-Bahn-Netz. Dass es trotzdem in fast allen Bereichen Kritik oder Probleme gibt, zeigt vor allem eines: Das Thema Verkehr beschäftigt fast jeden.

Zum Beispiel die Straßen: 175 Kilometer lang ist allein das städtische Netz, dazu kommen Kreisstraßen, für die die Region zuständig ist, aber auch Landes- und Bundesstraßen, um die sich das Land kümmert – etwa die B 217, aber auch die Ortsdurchfahrten in Eldagsen oder Bennigsen.

Das Problem für die ist nicht wirklich, dass Straßen fehlen. Zuletzt war neu etwa die Tangente Hamannsbruch in der Kernstadt entstanden. Das Problem ist der Zustand des städtischen Netzes. Er ist, das kann man durchaus so sagen, höchst kritisch.

Gerd Gennat, Tiefbau-Chef im Rathaus, macht es deutlich: „Man geht davon aus, dass eine Asphaltschicht 15 bis 20 Jahre hält. Da können wir nur von träumen.“ Selbst die Grenze von 35 Jahren überschreiten demnach mehr als 50 Prozent der Straßen im Stadtgebiet. Gennat schätzt, dass bei mehr Fahrbahnen als bekannt die 50-Jahre-Marke geknackt wird: Weiter als bis 1962 reichen die verlässlichen, systematischen Aufzeichnungen nicht zurück. Zu den ältesten Straßen gehören demnach etwa die Bahnhof- und die Fünfhausenstraße. Sie wurden zwar immer mal wieder geflickt und behandelt – aber nie von Grund auf erneuert.

Dabei war alles mal noch schlimmer – zumindest die Sache mit den Schlaglöchern: 1997 begann die Stadt damit, kaputte Fahrbahnen systematisch zu flicken, konsequent, Jahr für Jahr nach einer immer aktualisierten Prioritätenliste. „Dadurch hat sich das Fahrgefühl deutlich gebessert“, sagt Gennat. Trotzdem: Die Stadt behebt Schäden, stopft Löcher. Sie konserviert den Zustand der Straße. Aber sie heilt das Problem nicht. „Durch steigende Belastung wird sich die Situation noch verschärfen“, vermutet Gennat. Vor allem die zuletzt recht milden Winter haben geholfen: „Das Wetter war gnädig“, sagt der Experte: „Aber ein harter Winter wie 2011, der zerreißt uns die Straßen und dann stehen wir mit dem Rücken zur Wand.“ Gennat hofft auf Grundsatz-Entscheidungen im Rat: „Die Frage ist, ob und wann sich die Stadt mit wie viel Geld des Themas annimmt.“ Bislang bekommt er von der Politik immer genau so viel Geld, wie nötig, um zu flicken.

Doch Fahrradfahrer haben es in Springe momentan auch nicht leicht: Das Radwegkonzept hat einen mühsamen Akzeptanz-Weg vor sich. Fahren auf dem sogenannten Angebotsstreifen statt auf dem Radweg – das ist nicht jedermanns Sache. Der Ortsrat protestiert dagegen, dass mehr umgesetzt wird als gesetzlich unbedingt sein muss. Dabei will Klimaschutzmanagerin Katrin Härtel noch mehr Springer dazu bringen, aufs Fahrrad umzusteigen. Da hilft wohl nur: erklären, erklären, erklären.

Und dann war da noch: die S-Bahn. Die in Springe boomt, wie fast überall in der Region Hannover. Der Fahrplan der S-Bahn-Linie 5 wurde in den vergangenen Jahren immer mehr erweitert; mit dem Sprinter ist sogar eine zusätzliche Linie dazugekommen, die sich vor allem an Pendler richtet. Und jetzt? Könnte Springe an der „Deisterpforte“ sogar einen neuen Bahnhof bekommen. Das ist manch einem schon zu viel des Guten.

Beim Busverkehr scheint dagegen alles im Lot: Sogar der neuerliche Versuch, das Einkaufszentrum Osttangente an die Stadtlinie 301 anzubinden, scheint dieses Mal gefruchtet zu haben: Die Region rät zumindest dazu, den Versuch zu verlängern.

WAS MEINEN SIE?

In unserer Serie „Was braucht unsere Stadt?“ wollen wir in den Wochen vor der Kommunalwahl die Probleme und Herausforderungen von Springe und Bad Münder betrachten: Welche Probleme gibt es – aber auch: Welche Ideen und Chancen? Wichtig ist uns dabei vor allem: Was meinen Sie, liebe Leser? Zu jedem Artikel fragen wir nach Ihrer Meinung, Ihren Ideen, Ihren Anregungen. Aber auch, wenn Ihnen etwas wichtig ist, das wir als Thema oder als Aspekt gar nicht beleuchtet haben, freuen wir uns auf Ihren Beitrag. Machen Sie mit: Per Post an die NDZ-Redaktion, Bahnhofstraße 18, 31832 Springe, per E-Mail an unsere-stadt@ndz.de, telefonisch unter 05041/78931 (Springe) und 05041/78936 (Bad Münder), oder auf unserer Facebook-Seite: www.facebook.com/ndz.de.

Die bereits erschienen Serienteile finden Sie auf unserer Internetseite unter dem Button „Lokales“ und „Was braucht unsere Stadt?“. Teil 1 drehte sich um das Thema „Bildung“, Teil 2 behandelte den Bereich „Kultur“.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare