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Naturfreunde hadern mit Bundesverband

Springe. Der Hausfrauenbund hat es getan, der Heimatverein ebenso – jetzt überlegen auch die Springer Naturfreunde, ob sie aus dem Landes- und Bundesverband austreten und ihr eigenes Ding machen sollten.

Autor:

VOn MARITA SCHEFFLER

Springe. Der Hausfrauenbund hat es getan, der Heimatverein ebenso – jetzt überlegen auch die Springer Naturfreunde, ob sie aus dem Landes- und Bundesverband austreten und ihr eigenes Ding machen sollten. Die Mitglieder ärgern sich über die hohen Beiträge, die sie abführen müssen.

42 Euro kostet derzeit die Jahresmitgliedschaft beim Trägerverein der Deisterhütte. Davon bleiben allerdings nur 3 Euro vor Ort – der Rest fließt an die übergeordneten Verbände. Von denen komme aber kaum etwas zurück, monierten mehrere Aktive bei der Jahresversammlung des Vereins. Die viermal jährlich erscheinende Verbandszeitschrift sei zu wenig. „Wir sollten austreten“, forderte Mitglied Jürgen Rau.

Der Unmut besteht laut dem Vorsitzenden Wolfgang Klemmt bereits seit einem Jahr. Er fürchtet, dass bei einer Abnabelung die Wurzeln der Bewegung verloren gehen könnten. Auf Druck der Ortsgruppen in Hannover, Barsinghausen und Springe sei es bereits gelungen, den Landesbeitrag um 3 Euro pro Mitglied und Jahr zu senken. „Der Bundeskongress will seinen Anteil aber zum Januar 2017 um 3 Euro erhöhen.“ Die Höhe der Abgabe bleibe deshalb letztlich unverändert.

Auf Vorschlag von Gründungsmitglied Joachim Brendel wird der Vorstand zwei Abgeordnete der übergeordneten Verbände zu einem Gespräch einladen. Dann könne ausgelotet werden, wie die Kosten-Nutzen-Rechnung ausgeht, und bei der Jahresversammlung im Februar 2017 wollen die Mitglieder wieder über das Thema beraten.

Ihren aktuellen Jahresbeitrag können die Naturfreunde trotzdem nicht halten. Sie entschieden sich nach längerer Diskussion dafür, den Satz von 42 auf 54 Euro anzuheben – also plus 1 Euro pro Monat. Die Veränderung greift ab Januar 2017 und betrifft nur erwachsene Mitglieder. Familien zahlen weiterhin 84 Euro, Kinder 30 Euro. Ein interessantes Detail: Der Familienbeitrag ist geringer als der Satz, den ein Ehepaar ohne Nachwuchs zahlen muss. Mit diesem Kinder-Bonus wollen die Naturfreunde gezielt junge Interessierte anlocken.

Die Erhöhung des Einzelbetrags war bei einigen Mitgliedern umstritten. Statt eine höhere Summe zu verlangen, solle der Vorstand lieber zu einer stärkeren Mitarbeit auffordern. Das wäre letztlich noch wichtiger für den Verein. Der Vorstand hielt dagegen: Selbst mit der neuen Kalkulation gehört der Ortsverband zu den günstigsten in der weiten Umgebung. „Andere nehmen teilweise über 100 Euro“, erklärte der Vize-Vorstizende Reinhold Krause.

Bei der Programmgestaltung soll der Vorstand künftig häufiger mit anderen Naturfreunden wie der Ortsgruppe Barsinghausen zusammenarbeiten und abkupfern – darauf einigte sich die Versammlung. „Wir müssen das Rad nicht immer neu erfinden“, warb der Vorsitzende Wolfgang Klemmt für Kooperationen.

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