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Töpfermarkt: Langjährige Organisatoren ziehen sich zurück

Museumsverein will die Regie allein übernehmen

Springe (wlz/mf). Der Töpfermarkt hat auch in seiner Jubiläumsausgabe große Anziehungskraft bewiesen – bei Ausstellern ebenso wie bei Besuchern. Dabei wäre die 25. Veranstaltung um ein Haar auch die letzte gewesen. Die überraschende Ankündigung der Organisatoren, sich aus Springe zurückzuziehen, hatte am Wochenende für Unruhe gesorgt. Nach einer Krisensitzung beschloss der Museumsverein als Co-Veranstalter, das Fest künftig im Alleingang auszurichten.

Gestern Nachmittag herrschte dichtes Gedränge auf dem Burghof.

Am Sonnabend hatten die Mitbegründer aus den Reihen der teilnehmenden Töpfer, Marlies Adam-Hennecke aus Hemmingen und Jürgen Gerber-Albrecht aus Döhren, ihren Abschied aus der Deisterstadt verkündet. Über die Gründe gab es reichlich Spekulationen. Adam-Hennecke und Gerber-Albrecht selbst gaben an, überlastet zu sein. Es sei ihnen auch nicht gelungen, Nachfolger zu finden. Keinesfalls sei mangelnder Zuspruch Grund für die Entscheidung, betonten sie. Auch gäbe es keinen Streit mit dem Museumsverein.

Ungeachtet dieser Beteuerung wollten Gerüchte nicht verstummen, wonach die Organisatoren angeblich nach einem neuen Standort außerhalb Springes suchen. Dazu passt das Gezerre um das Töpfermarkt-Logo. Der Museumsverein, dessen Vorstand sich nach langer Beratung zur Fortsetzung unter eigener Flagge durchringen konnte, möchte das Logo weiter nutzen – Adam-Hennecke und Gerber-Albrecht beanspruchen das Urheberrecht jedoch für sich.

„Wir haben mit allen teilnehmenden Töpfern gesprochen, 90 Prozent wollen uns die Treue halten. Das war für uns ausschlaggebend“, berichtet Museumssprecher Helmut Busse. „Der Markt ist so wichtig für Springe, dass wir ihn nicht sterben lassen dürfen“, fügte Vorsitzende Angelika Schwager hinzu. Beide freuen sich, dass Bürgermeister Jörg-Roger Hische Unterstützung zugesagt hat. Es gibt auch schon einen Termin für 2011: das Wochenende 25. und 26. Juni. Das Museum bemüht sich nach eigenen Angaben um hochkarätige Unterstützung, etwa durch die Fachhochschule Hildesheim.

Der Beginn des jüngsten Töpfermarktes erinnerte in einem Punkt an seine Premiere vor 25 Jahren: Es regnete. So dominierten zeitweise neben den Marktschirmen auch Regenschirme das Bild auf dem Burghof. Gestern war es dann freundlicher – und der Andrang entsprechend größer. Unterm Strich hätten sich schätzungsweise 8000 Besucher ins Getümmel gestürzt, so Busse.

Zu sehen und kaufen gab es eine große Bandbreite von Töpferarbeiten – Dekoratives und Praktisches, von feinem Porzellan bis zu rustikaler Gartenkeramik. Tassen, Töpfe, Schalen und Früchte – alles aus Ton gebrannt. Für kluge Köpfe hatte das Museumsteam ein Quiz vorbereitet. Schwungvolle Musik gab es am Eröffnungstag von den Deister Hot Papas, am Sonntag erklangen irische Melodien von Woop and friends.

Das Museum öffnete parallel seinen Pforten – nicht nur zum Besuch der Töpferausstellung „Grün“. Die Spinnstuben-Mitglieder hatten eine Kaffeetafel vorbereitet.

Initiiert wurde der Töpfermarkt 1985 von Anneliese Ketelhake und Almut von Zimmermann. Entstanden war die Idee nach dem Besuch eines Töpfermarktes im „Spritzenhaus“ Wennigsen, einem kunsthandwerklichen Zentrum. Aus der Zeit stammt auch das Martktmotiv, der „rotierende Topf“.

Einer, der schon beim allerersten Markt der Töpfer auf dem Burghof dabei war, ist Matthias Kurig aus Tarmstedt. Er hatte damals über die Handwerkskammer davon erfahren und sich beworben – ohne zu wissen, was ihn genau erwartet. Er erinnert sich: „Töpfermärkte waren zu jener Zeit ohnehin selten. Das Publikum war sehr interessiert.“ Kurig erkannte: „Der Markt hat Potenzial“. So kommt er bis heute gern wieder.

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