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Müll im Naturschutzgebiet abgeladen

ELDAGSEN. Auf einmal war er da, der Müll. Unbekannte haben auf einer Fläche von 200 Metern vier große Haufen mit Styropor auf einer Grünlandfläche beim Ziegeunerwäldchen verteilt. Zum Unmut des Naturschutzbundes (Nabu) in Springe, dem die Flächen gehören. Die Naturschützer haben die Polizei eingeschaltet.

Gehört dort nicht hin: Einer der vier Haufen, den die Müllfrevler hinterlassen haben. FOTO: NABUFoto
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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

„Diese Grünlandflächen sind gerade für alle Wiesenvögel und für Wild sehr wichtig“, weiß Ingo Willenbockel vom Nabu. Umso verständnisloser zeigt er sich gegenüber der Müll-Frevelei: Die Styropor-Entsorger waren offenbar auf dem Feldweg unterwegs gewesen und haben den Unrat vom Auto aus in großen Haufen in der Landschaft verteilt. Der Jagdpächter des Reviers hat die Naturschützer auf die Verschmutzung aufmerksam gemacht – mit dem Hinweis, dass Polystyrol und ähnliche Materialien schädlich für Wildtiere sind, wenn sie den Stoff verzehren.

Ereignet hat sich die Müll-Frevelei bereits vor einer Woche. „Wir haben Anzeige erstattet und am Montag mit der Polizei die Flächen besichtigt“, sagt Willenbockel. Offenbar war unter dem Müll nicht nur Styropor, sondern auch Fermacell, ein Dämmstoff, den die Aha im Wertstoffhof Springe nicht annimmt, sondern nur in den Deponien in Burgdorf, Hannover-Lahe und Wunstorf. War den Entsorgern die Anfahrt dorthin zu weit?

„Die Polizei hat es freundlicherweise übernommen, die zuständigen Stellen bei der Abfallwirtschaft zu informieren, damit der Abfall ordnungsgemäß entsorgt wird.“ Immerhin muss vorab überprüft werden, ob es sich womöglich um Sondermüll handelt oder ob die Entsorgung Gefahren mit sich bringen könnte.

„Es ist für uns völlig unvorstellbar, dass jemand sich die Mühe macht, diese umweltschädlichen Abfälle so ausgiebig in der Landschaft zu verteilen und diese damit nicht nur optisch zu verschandeln, sondern auch die Tierwelt zu gefährden“, bilanziert der Vorsitzende des Nabu.

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