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„Krimis vor Gericht“: Mehr als 50 Besucher verfolgen Autorenlesung im Großen Sitzungssaal

Mord und Totschlag zum Feierabend

Springe (vob). Dienstagabend, 19 Uhr in Springe: Auf den Straßen der Kleinstadt ist es ruhig, der eine oder andere machte noch seine letzten Feierabendeinkäufe. Doch inmitten der Idylle lauern Mord und Totschlag. Im Amtsgericht geht es um Blut, Schreie ertönen – und mehr als 50 Leute sitzen einfach nur da. Was nach unterlassener Hilfeleistung klingt, war in Wirklichkeit nur das fulminante Interesse an der Leseveranstaltung „Krimis vor Gericht“.

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Eingeladen in den Großen Sitzungssaal des Justizgebäudes am Oberntor hatten der „zu Klampen“-Verlag und die Stadtbibliothek. Die Autoren Wolfgang Teltscher und Hans-Jörg Hennecke trugen dem gespannten Publikum Passagen aus ihren neuen Kriminalromanen „Über den Deister“ und „LindenTod“ vor.

Die ungewöhnliche Örtlichkeit entpuppte sich dabei als echter Glücksgriff. „Wir vom Amtsgericht und die Krimiautoren haben eines gemeinsam – wir haben mit Verbrechen zu tun“, erklärte die Direktorin des Gerichts, Susanne Kronsbein-Weiß, den Hintergrund zur Idee für die Lesung.

Susanne Mischke, selbst bekannte Autorin von Kriminalromanen und Herausgeberin der Regionalkrimireihe im „zu Klampen“-Verlag, gab dem Publikum eine Einführung zu den Autoren und ihren Romanen: „Mir war es wichtig, in unserer Reihe keine der vielen 08/15-Regionalkrimis herauszubringen; die Protagonisten in unseren Geschichten sind auf ihre Art allesamt Sonderlinge mit einem markanten Charakter und einer außergewöhnlichen Geschichte“, schwärmte die jahrelange Präsidentin der „Mörderischen Schwestern“, einer Vereinigung deutschsprachiger Krimiautorinnen.

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Von der Qualität der Romane konnten sich die Gäste im Amtsgericht dann bei der eineinhalbstündigen Lesung ihr eigenes Bild machen. Den Anfang machte der Barsinghäuser Wolfgang Teltscher mit „Über den Deister“, der Fortsetzung von „Deisterkreisel“. Der Fachmann für Marketing und Verkauf im Ruhestand faszinierte mit der Geschichte der verschwundenen Vera Matuschek, deren Mann, ein ehemaliger Kriminalhauptkommissar, vor zwei Jahren auf mysteriöse Art ums Leben gekommen war.

Bei der zweiten Lesung kam das Publikum aus dem Lachen nicht mehr heraus: Der 1942 geborene Hans-Jörg Hennecke ist Journalist und schreibt Satiren und Kurzgeschichten. In seinem Roman „LindenTod“, einer Kriminalgeschichte im Kleingartenmilieu Hannover-Lindens, erzählt er nicht nur eine spannende Story, sondern beschreibt darüber hinaus mit scharfem Blick und viel Humor den alltäglichen Wahnsinn im Gemeinschaftsleben spießiger Kleingärtner, das urplötzlich durch das Auftauchen und Verschwinden einer Leiche aus den Fugen gerät.

Die Literatur-Veranstaltung „Krimis vor Gericht“ entpuppte sich bei der Premiere als Volltreffer beim Publikum. Verleger Dietrich zu Klampen zeigte sich hocherfreut und zufrieden angesichts der überschwänglichen Besucher-Resonanz. „Ich hoffe, wir treffen uns hier alle bald zu einer Neuauflage wieder“, sagte er.

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