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1025 Euro: Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes soll für Einsatz in Springe überhöhte Rechnung gestellt haben

Mit Notlage Wucher getrieben?

Wegen des Vorwurfs des Wuchers musste sich heute ein Mitarbeiter eines 24-Stunden-Schlüsselnotdienstes vor dem Amtsgericht verantworten. 1025,19 Euro verlangte der Mann in bar, nachdem er bei einer Springer Familie ein neues Zylinderschloss eingebaut hatte. Nun soll ein Gutachter klären, ob der Preis üblich ist.


Springe. Wegen des Vorwurfs des Wuchers musste sich gestern ein Mitarbeiter eines überörtlichen 24-Stunden-Schlüsselnotdienstes vor dem Amtsgericht verantworten. Genau 1025,19 Euro verlangte der Mann in bar, nachdem er bei einer Springer Familie ein neues Zylinderschloss samt Sicherheitsbeschlägen eingebaut hatte.

Einem Familienmitglied war an einem Werktag im August 2014 gegen 9 Uhr der Schlüssel im Haustürschloss abgebrochen. Der Hausherr und seine Tochter benachrichtigten darauf den 24-Stunden-Notdienst, dessen Mitarbeiter auch zur Hilfe eilte. Zunächst war die Rede von 300 Euro Kosten für den Notfalleinsatz – dann erhöhte sich die Summe auf 600 Euro, als der Fachmann das Schloss auswechseln musste. Danach stellte sich laut Mitarbeiter heraus, dass auch neue Sicherheitsblenden vonnöten seien. So erhöhte sich die Rechnung schließlich inklusive Mehrwertsteuer auf mehr als 1000 Euro.

Ein Vergleich von Angeboten anderer Dienste ergab dann Summen zwischen 200 und 250 Euro für einen vergleichbaren Einsatz. Das seien „lustige Fantasiepreise“, sagte der Verteidiger des Mitarbeiters. Er wies darauf hin, dass Notdienstanbieter andere Preise verlangen müssten. Richterin Mandy Urbschat setzte die Verhandlung aus. Ein Gutachter soll klären, ob die verlangte Summe orts- und branchenüblich gewesen ist.

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