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Uwe Lampe putzt auf dem Messeparkplatz die Autoscheiben der Besucher

Mit Einfallsreichtum zum Erfolg

Springe (ame). Uwe Lampe hat als Kind schon früh die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und sich schnell gutes Geld verdient: „Ich bin überwiegend in Hannover aufgewachsen und habe nach der Schule auf dem Messeparkplatz Autoscheiben geputzt“, erinnert sich der Vorsitzende der Springer Tafel.


Lampe war damals gerade mal acht Jahre alt. „Nachmittags und abends habe ich mich mit Eimer und Fensterleder bewaffnet an die Arbeit gemacht“, sagt der 55-Jährige. „Dafür bekam ich als junger Steppke zwischen 1 und 1,50 Mark Trinkgeld.“

Die Müdigkeit und Eile der Messebesucher machte er sich dabei zunutze: „Die waren immer ganz schön geschafft und wollten nur weg.“ So landeten pro zehntägiger Messe an die 100 Mark in Lampes Hosentasche. „Ob die Autoscheiben durch mich allerdings wirklich sauberer wurden, ist die Frage“, ergänzt er schmunzelnd.

Später verfeinerte der Tafel-Chef sein Vorgehen noch: Er fertigte die Fahrzeuge, die bei der Messeabfahrt im Stau standen, wie am Fließband ab. „Das war die Perfektion!“ Die Fahrer hätten seine Arbeit schließlich auch nicht verhindern können, sagt Lampe lachend. „Ich bin übrigens heute noch für das Fensterputzen zuständig – zuhause!“

Neben einem üppigen Taschengeld nahm der gelernte Banker auch eine Lektion fürs Leben aus seinem Nebenjob mit: „Man muss seine Dienstleistung positiv verkaufen und dabei mit den Kunden reden. Durch positives Handeln kommt der Erfolg.“ Diese Devise hätte ihm dabei geholfen, sich mit den Parkwächtern und Messekunden gut zu stellen. Auch bei seiner heutigen Tätigkeit für die Springer Tafel hält sich Lampe an dieses Motto: „Alles was ich mache, hat mit den Menschen zu tun.“

Sein sauber verdientes Geld sparte Lampe anfangs noch an: „Mir wurde zweimal mein Fahrrad geklaut und ich musste mir ein neues kaufen.“ Später gab er seinen Lohn für Taschenmesser oder Sportbekleidung aus. „Ich ging gerne Bergsteigen und war Leistungssportler im Schwimmen“, berichtet Lampe.

Eine weitere Nebentätigkeit vergisst der Springer so schnell auch nicht: „Bei der Weltmeisterschaft 1966 arbeitete ich in einer Gärtnerei. Dort musste ich den ganzen Tag Erde in eine Schubkarre schaufeln und sie hundert Meter weiter abladen.“ Dadurch sei er abends so kaputt gewesen, dass er vor dem Fernseher einschlief – und das mitten im Fußballspiel. „Das ging besonders schnell, wenn die Partie langweilig war.“

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