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Massenprügelei nach WM-Party

Springe. Wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung mussten sich am Dienstag vier junge Männer vor Gericht verantworten. Sie waren an einer Massenprügelei in und vor einer Springer Kneipe beteiligt.

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Springe. Wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung mussten sich gestern vier junge Männer vor Gericht verantworten. Sie waren an einer Massenprügelei in und vor einer Springer Kneipe beteiligt, wo sie gemeinsam mit vielen anderen Gästen im Juni 2014 zunächst den Einzug der deutschen Fußball-Elf ins Achtelfinale der WM bejubelt hatten. Für mehrere Beteiligte fand der Abend ein schmerzhaftes Ende.

Am Ende der vierstündigen Verhandlung stellte die vorsitzende Richterin Mandy Urbschat gestern das Verfahren gegen alle vier Angeklagten ein. Drei von ihnen müssen Geldauflagen zwischen 250 und 500 Euro zahlen.

Der Streit in der Kneipe brach nach übereinstimmenden Aussagen der Angeklagten – einem 24-jährigen und zwei 26-jährigen Schülern einer Springer Bildungseinrichtung sowie einem 44-jährigen Springer – im Raucherzimmer der Kneipe aus. Kurz darauf verlagerte sich die Prügelei ins Freie. Es flogen Stühle, Gläser und Aschenbecher, erinnerte sich die 34-jährige Wirtin in ihrer Zeugenaussage. Sie selbst wurde vor dem Eingangsbereich von einem der beiden 26-Jährigen verbal bedroht, auch soll der Mann einen Arm wie zum Schlag erhoben haben. „Ich glaube aber nicht, dass er mich tatsächlich schlagen wollte“, sagte sie. Sie rief telefonisch ihren Ehemann zur Hilfe, als die Schlägerei begann. Der Mann fuhr just in dem Moment mit seinem Auto vor, als der 26-Jährige bedrohlich vor seiner Frau stand.

Der 37-jährige Ehemann soll den 26-Jährigen daraufhin geschlagen und zu Boden gestoßen haben, bevor er selbst niedergestreckt wurde. Am Boden liegend sei er gegen den Kopf und Körper getreten worden und habe eine Verletzung an der Oberlippe davon getragen, berichtete der 37-Jährige in seiner Zeugenaussage vor Gericht.

Wer ihn konkret malträtiert hatte, konnte er in der Verhandlung aber nicht sagen. Und auch der 26-Jährige sowie sein 24-jähriger Kumpel erlitten erhebliche Schlag- und Schnittverletzungen von denen noch heute einige Narben zeugen. Der 24-Jährige berichtete zudem, dass er mit Pfefferspray attackiert worden sei. Er war ein Woche lang krankgeschrieben. Ein dritter Kumpel hat nach Überzeugung des Gerichts versucht, die Streithähne auseinanderzubringen. In das Gemenge der Kneipengäste griffen zudem Besucher eines benachbarten Cafés ein. „Sie sind mir zu Hilfe gekommen“, berichtete der 37-jährige Ehemann.

Eine ganz eigene Rolle hatte der 44-jährige Springer inne, der an diesem Abend ebenfalls Gast in der Gaststätte war. Als der Tumult im Raucherzimmer ausbrach, habe er am Tresen gestanden. Möglich, dass er im Tumult mit dem Ellenbogen jemanden gestoßen habe, bevor er sich ein Taxi rief, gab der Mann zu. Die Wirtin indes erklärte, der Mann habe ihren Schwager geschlagen und sogar mit einem Hocker nach ihm geworfen. Der Schwager wiederum relativierte: Er könne dem 44-Jährigen nur einen Schlag zuordnen. Fest stand allerdings nach der Aussage der Angeklagten und der Anhörung von acht Zeugen: Alle Beteiligten hatten reichlich Alkohol genossen. Und zwei der Angeklagten mussten den Rest dieser Nacht in der Ausnüchterungszelle im Springer Polizeikommissariat verbringen.

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