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Zwei Jahre Leitbild Springe: Was sich in der Innenstadt getan hat – und was noch passieren soll

„Man kann nicht alles so einseitig sehen“

Springe (zett). Eins ist klar für Anike Fritz: „Man kann nicht sagen, dass in der Innenstadt nichts passiert.“ Vor zwei Jahren schob die Stadtmanagerin das Leitbild für Stadtmarketing an. Eines der Ziele: Der Einzelhandel soll attraktiver werden. Heute stehe die Springer City insbesondere bei den Leerständen gar nicht so schlecht da, wie oft vermutet, glaubt Fritz.

Innenstadt oder Osttangente? Diese Frage darf sich nicht mehr st

Gut zehn Neueröffnungen oder Umzüge hat sie registriert in den vergangenen Wochen und Monaten: Zwei Wellness-Geschäfte an der Burgstraße, ein Restaurant im alten „Jail House“, ein Friseurwechsel, ein neuer Coffeeshop und ein Wohn- und Weinladen direkt am Markt... Auch die Deisterpassage sei wieder voll belegt. Und in die Räume, die die Tafel am Niederntor durch ihren Umzug freimacht, könnte bald ein neuer Imbiss einziehen. Nebenan hat gerade erst ein Bekleidungsgeschäft eröffnet.

„Klar macht immer wer zu – aber es gibt auch kaum Städte, die keine Leerstände haben“, sagt Fritz. Und die Osttangente? Natürlich gebe es in der City Einzelschicksale, die durch das Einkaufszentrum hart getroffen worden seien. „Andererseits ist dadurch auch die Kaufkraft Springes gestiegen.“ Insgesamt kommen laut einer Studie der Industrie- und Handelskammer seit Eröffnung der Osttangente mehr Menschen zum Einkaufen nach Springe: „Das ist ein Vorteil. Man kann das alles nicht so einseitig sehen.“ Vor allem dürfe die „grüne Wiese“ nicht als Sündenbock herhalten: „Das Einkaufszentrum steht da jetzt. Die Innenstadt darf sich nicht mehr mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern muss sich neu positionieren.“ Das Hinweisschild auf die City, das die Werbegemeinschaft bald an der Osttangente aufstellen will (NDZ berichtete), sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Eine vom Ersten Stadtrat Hermann Aden angeregte Umwandlung der Innenstadt in eine Art Outlet-Center hält Fritz für „eine schöne Vision“ – die aus ihrer Sicht aber daran scheitern könnte, dass die Immobilien vielen verschiedenen Besitzern gehören. Eine für ein Outlet-Center faire Mietstruktur sei so kaum zu erreichen. Größere Chancen sieht Fritz in dem Versuch, Ladenlokale per Durchbruch zusammenzulegen. So könnte man auch Interessenten locken, die nach größeren Flächen für ihre Geschäfte suchen. „Aber auch hier braucht man natürlich Besitzer, die bereit sind, so etwas mitzumachen“, sagt die Stadtmanagerin.

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