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Logistik-Branche in Springe profitiert vom Online-Handel

SPRINGE. Springe eigne sich nicht als wichtiger Logistik-Standort, urteilte einst die Region. Doch inzwischen hat sich auch hier ein großes Unternehmen angesiedelt. In einer unscheinbaren Halle ganz am Ende der Straße „Zum Lausebrink“ befindet sich der Dienstleister „DieLog“.

Steffen Habedank überprüft die Bestände. Eine der Lagerhallen des Unternehmens DieLog.
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Das Innere der Hallen ist alles andere als unscheinbar. Auf insgesamt 3200 Quadratmeter finden sich 3000 Lagerstellplätze. „Springe ist der ideale Logistik-Standort“, betont Geschäftsführer Steffen Habedank. „Wir befinden uns hier mitten im Herzen Deutschlands, die Autobahnen sind nicht weit entfernt und die Mietpreise für diesen Standort sind auch deutlich angenehmer als in anderen Städten.“

Die DieLog GmbH ist seit April 2013 im operativen Geschäft tätig. Und arbeitet auch mit einem Unternehmen, das manch einem lokalen Einzelhändler ein Dorn im Auge ist: „Seit einigen Wochen bieten wir für unseren größten Kunden auch den Versand über Amazon Prime an“, erklärt der gelernte Speditionskaufmann. „Das ist quasi wie ein Ritterschlag.“

Bestellt ein Kunde dort ein Produkt von der Firma – etwa ein Nahrungsergänzungsmittel – muss das Unternehmen dafür sorgen, dass die Ware innerhalb der nächsten 24 Stunden ausgeliefert wird. „Und daran müssen wir uns halten, sonst verlieren wir den Prime-Status“, so Habedank.

Zu schaffen sei das nur mit einem zuverlässigen Team, „dem ich zu 100 Prozent vertrauen kann“, sagt der Geschäftsführer. Sieben festangestellte Mitarbeiter gehören dazu – und „wenn besonders viel zu tun ist, beispielsweise in der Weihnachtszeit, können wir noch auf eingearbeitete Aushilfen zurückgreifen.“ Wichtig sei, dass alle Mitarbeiter – auch die Aushilfen – im Umgang mit den Produkten geschult seien. „Gerade Arzneimittel müssen in einem gesonderten Bereich gelagert werden, der dauerhaft klimatisiert wird“, erklärt Habedank.

Insgesamt lagern sieben Kunden ihre Produkte in dem Logistikzentrum. Zu den Aufgaben der Mitarbeiter gehört neben der Lagerei auch die Kommissionierung, das Verpacken, die Kontrolle des Wareneingangs sowie die Retourenabwicklung. „Und alles muss schnell gehen“, sagt Habedank. „Wenn nachmittags die Versanddienstleister kommen, um die Pakete abzuholen, muss alles fertig sein,“ so der Geschäftsführer.

Ein „das mache ich morgen“ gebe es in der Branche nicht. Das sei letztlich auch die Herausforderung. „Wir müssen den Erwartungen der Kunden gerecht werden und garantieren können, dass die Pakete pünktlich am nächsten Tag ausgeliefert werden.“ Gerade Riese Amazon habe die Messlatte da sehr hochgelegt. Aber das habe auch Vorteile. „Die Logistikbranche ist spätestens seit Beginn des Online-Handels absolut sturmfest“, ist sich Habedank sicher.

Stolz ist der Geschäftsführer auf zwei Zahlen. Zum einen könne er eine 97-prozentige Zustellquote am Folgetag nachweisen und die Reklamationsquote liege in seinem Unternehmen unter 0,1 Prozent. „Ich denke, das kann sich sehen lassen.“

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