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Polizei stellt aktuelle Jahresstatistik vor / Weniger Diebstähle und Einbrüche, mehr Drogendelikte

Leben in Springe ist wieder sicherer geworden

Springe (ric). Das Jahr 2007 soll ein Ausrutscher bleiben – und es scheint, als wäre Springe tatsächlich wieder ein sichereres Pflaster: Die Zahl der Straftaten ist um 6,2 Prozent auf insgesamt 1877 gesunken. Der Landesschnitt liegt bei 2 Prozent. Das teilte gestern Polizeihauptkommissar Hans-Eberhard Nolte bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2008 mit.


Die Zahlen umfassen das Gebiet des Kommissariats Springe und der Polizeistationen Bennigsen und Pattensen. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Beamten ein Tötungsdelikt: Am 20. Mai erwürgte ein geistig Verwirrten an der Wolfstalstraße seine Mutter im Glauben, sie habe ihn vergiften wollen. Erkennbar aus der Statistik ist vor allem die gestiegene Zahl (234 statt 217) sogenannter Rohheitsdelikte. In einer Serie wurden sieben Gaststätten und Spielhallen in der Kernstadt überfallen, hinzu kam ein versuchter Raubüberfall auf eine Spielhalle in Eldagsen und der auf die Springer Volksbank-Filiale. „In allen Fällen laufen die Ermittlungen gegen tatverdächtige Personen“, sagt Nolte.

„Dunkelziffer nicht zu vernachlässigen“

Erstmals taucht in der Statistik auch das Thema Stalking auf: 13 Fälle wurden aufgenommen, meistens stellten Männer ihren (ehemaligen) Lebenspartnerinnen nach. Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung hat sich die Zahl der Fälle von 20 auf 14 verringert – nicht einmal wurde der sexuelle Missbrauch von Kindern angezeigt, allerdings: „Die Dunkelziffer ist sicher nicht zu vernachlässigen“, so Nolte.

Der vielleicht spektakulärste Einbruchsdiebstahl der vergangenen Jahre ereignete sich im Oktober: der Millionen-Raub im Rittergut Bennigsen. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen eingestellt. „Dennoch wird natürlich weiter nach den Tätern Ausschau gehalten“, sagte Kripochef Nolte. Verstärkte Kontrollen, die Zuhilfenahme von Bereitschaftspolizisten und präventiver Schutz durch Eigentümer ließen die Zahl der gelungenen Wohnungseinbrüche insgesamt von 72 auf 56 sinken.

Noch seltener werden Autos geknackt und Wertgegenstände daraus entwendet: Die Anzahl der Taten schrumpfte um 64 Prozent von 76 auf 27. Möglicher Grund: Navis, Radios und Airbags sind mittlerweile Massenware und für organisierte Banden weniger attraktiv. Zugenommen hat der Widerstand gegen die Staatsgewalt. 10 Fälle wurden angezeigt (4 im Vorjahr). Ein dramatischer Fall aus diesem Jahr wird heute im Springer Amtsgericht verhandelt: Ein 28-jähriger Gewalttäter schlug einen Polizeibeamten bei einer Festnahme in Bennigsen dienstunfähig.

Rauschgiftdelikte nehmen weiter zu

So positiv die Zahlen der Kriminalstatistik auch sind: Die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz nehmen weiter zu. Die Zahl der Rauschgiftdelikte stieg von 149 auf 190 an, das Polizeikommissariat Springe leitete gegen 195 Personen Ermittlungsverfahren ein. Grund ist nicht zuletzt die Pattenser Szene – aber auch in der Kernstadt werden Drogen gedealt. Ein Problem für die Beamten: „Es ist schwierig, nach 20 Uhr Verdächtige zu observieren, es fällt schnell auf, weil die Stadt dann meist menschenleer ist“, sagt Kripochef Hans-Eberhard Nolte. Insgesamt 150 Verfahren wurden aufgrund des Besitzes illegaler Rauschmittel eingeleitet, darunter gegen 7 Jugendliche und 45 Heranwachsende. In 35 Fällen wird gegen mutmaßliche Dealer ermittelt. Fast immer sind Cannabisprodukte im Spiel, in vier Fällen Kokain. Eine Zunahme stellt die Polizei Springe beim Konsum synthetischer Drogen fest: 13 Mal ging es um Amphetamine (beispielsweise „Speed“), 5 Mal um Ecstasy-Pillen.

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