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Verwaltung veröffentlicht Liste von Massentierhaltungs- und Mastvorhaben im Stadtgebiet

Landwirte wollen 5700 Schweine halten

Springe (zett). Schon seit Jahren sorgen zwei geplante Hähnchenställe für 75 600 Tiere bei Boitzum für Aufregung. Dabei handelt es sich beileibe nicht um den einzigen Massentierhaltungsbetrieb der Stadt: In mehreren bereits realisierten, genehmigten oder beantragten Anlagen sollen insgesamt bis zu 5700 Sauen und Ferkel aufgezogen oder gemästet werden.


Der größte bereits in Betrieb gegangene Stall befindet sich in Völksen: Nahe der Bahnlinie am Ortsausgang in Richtung Hannover steht eine Anlage für 930 Ferkel und 291 Sauen. Die Tiere werden hier allerdings nicht gemästet, sondern nur gezeugt und aufgezogen. Das trifft auch auf zwei weitere Betriebe zu: 989 Schweine auf einem Hof in Alvesrode sowie 682 auf einem weiteren Anwesen.

Diese beiden Landwirte planen laut einer Liste der Stadt auch Erweiterungen ihrer Zuchtanlagen: In der Feldmark bei Alvesrode soll ein Stall für 1152 Ferkel entstehen, in einem weiteren Gebäude sollen 225 Sauen untergebracht werden. Eine Genehmigung der Stadt liegt bereits vor, gebaut worden ist aber noch nicht.

An der Kreisstraße 216 nördlich von Alvesrode ist schließlich Springes zweites Mastprojekt geplant: Hier soll Platz für 1400 Mastschweine sein, die der Landwirt zuvor in seinen eigenen Anlagen aufgezogen hat. Zunächst gibt es hierfür jedoch nur eine Bauvoranfrage. Soll heißen: Die Stadt soll erst einmal prüfen, ob das Vorhaben realisierbar wäre – ohne dass der Antragsteller gleich die kompletten Unterlagen vorlegen müsste. Erst später entscheidet sich dann, ob die Region Hannover zuständige Genehmigungsbehörde wäre. Gerüchte, dass in Alvesrode ein ähnlich großes Geflügelmastprojekt geplant sei wie bei Boitzum, hatte Aden schon kürzlich im Planungsausschuss zurückgewiesen – zumindest sei bei der Stadt nichts derartiges bekannt.

Dass die Massentierhaltung viele Gegner hat, ist Aden bewusst. Doch als Stadt sei man an geltendes Recht gebunden: „Wir dürfen nicht anfangen, nach Gutdünken Genehmigungen zu verteilen oder zu verweigern. Das wäre ein klarer Fall von Rechtsbruch.“

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