weather-image

Lampe empfiehlt seinen Wählern, Springfeld zu wählen

Springe. Der unterlegene Bürgermeisterkandidat Uwe Lampe empfiehlt seinen Unterstützern, bei der Stichwahl am 31. Januar für Christian Springfeld zu stimmen. Halten die sich daran, hätte der FDP-Bewerber zumindest rechnerisch schon mal aufgeschlossen.


Springe. Der unterlegene Bürgermeisterkandidat Uwe Lampe empfiehlt seinen Unterstützern, bei der Stichwahl am 31. Januar für Christian Springfeld zu stimmen. Halten die sich daran, hätte der FDP-Bewerber zumindest rechnerisch schon mal zu Spitzenreiter Ralf Burmeister (CDU) aufgeschlossen. Der Kampf um die Stimmen, er geht unvermindert weiter.

Mia Springfeld hat gestern Morgen schon mal durchgerechnet: Die achtjährige Tochter von FDP-Kandidat Springfeld zählte schon mal die Stimmen ihres Vaters sowie der beiden unterlegenen Bewerber Volker Gniesmer und Lampe zusammen. Ergebnis: Klarer Sieg für Papa.

Dass es so einfach nicht ist, weiß auch Springfeld selbst. Trotzdem rechnet auch der 38-Jährige kräftig nach, analysiert Stimmen, vergleicht Ortsteile, bastelt Tabellen. „Wir wollen sehen, wo wir noch Potenzial haben“, sagt er.

Dass auch seine Partei, die er im Wahlkampf bewusst in den Hintergrund stellte, Morgenluft wittert, merkt man auf Springfelds Facebook-Seite: Da gingen noch am Sonntagabend zahlreiche Glückwünsche ein – unter anderem von Patrick Döring, früherer Generalsekretär der Bundes-FDP.

Aber die Partei lässt auch so etwas springen: Im Gegensatz zur ersten Wahlkampf-Runde sollen in den kommenden zwei Wochen neue Springfeld-Plakate an vielen Laternen hängen. Der Liberale will sich weiter in möglichst vielen Ortsteilen zeigen: „Ich habe schon einige Einladungen bekommen.“

Dass er neben Lampe-Anhängern auch SPD-Wähler locken könnte, hält er für nicht ausgeschlossen: Es gebe viele Positionen, „die mich für Sozialdemokraten wählbar machen“, sagt Springfeld: „Ich hoffe, dass die Leute über ihren Schatten springen.“

Die „Störer“ sind bestellt: Schon am späten Sonntag hat Ralf Burmeister die roten Aufkleber geordert, die bald auf seinen Plakaten kleben und an die Stichwahl erinnern werden. Heute Abend will sich der Christdemokrat in seinem Wohnzimmer mit seinem Wahlkampf-Team zusammensetzen und beraten, wie er die verbleibenden Tage bis zum Bürgermeister-Duell nutzen kann. „Im Großen und Ganzen werden wir so weitermachen wie bislang: Präsenz zeigen und auf die Leute zugehen“, steht für den Eldagser fest, der in der ersten Wahlrunde fast doppelt so viel Stimmen auf sich vereinen konnte wie sein Kontrahent Springfeld.

Was Burmeister Sorgen bereitet: die geringe Wahlbeteiligung. „Die Wähler zu mobilisieren, wird jetzt das Hauptthema sein.“ Neue Werbeartikel werde er dafür wahrscheinlich nicht mehr besorgen – Burmeister hat noch etliche Taschentücher, Kugelschreiber und Feuerzeuge übrig. Als „beeindruckend“ beschreibt der Christdemokrat einen Tag nach der Wahl, dass er in jedem Springer Ortsteil – außer in Bennigsen – die meisten Stimmen aller vier Kandidaten erhalten hat.

Um „den Kopf freizukriegen“, ist Uwe Lampe gestern zu einem längeren Spaziergang durch den verschneiten Deister aufgebrochen. Dem parteilosen Kandidaten fehlten am Sonntag 301 Stimmen für die Stichwahl. Abstimmen wird er dann trotzdem: „Ich bin programmatisch ganz nah an Herrn Springfeld“, stellte der 62-Jährige im Lauf des Wahlkampfs fest. „In den zentralen Punkten waren wir uns einig.“

Beide halten einen Rathaus-Neu- oder -anbau für nicht erforderlich und plädieren für ein Zukunftskonzept für die Deisterstadt.

Bei Lampe überwiegt mit Blick auf die vergangenen Wahlwochen Freude statt Frust: „Ich weiß, dass ich mich mit meiner Kandidatur weit aus dem Fenster gelehnt habe. Ich glaube aber, es war gut für mich, dass ich das gemacht habe.“ Mehr als 1500 Gespräche führte der frühere Sozialdemokrat allein bei seinen Hausbesuchen („Ich habe eine Strichliste gemacht“). Er sei davon ausgegangen, auch Stimmen von CDU-Sympathisanten zu bekommen: „Aber da habe ich mich wohl geirrt. Sonst wäre mein Konzept aufgegangen“, meint er selbstkritisch.

Ob er seine Popularität (28,7 Prozent Stimmenanteil in der Kernstadt) nutzen will, um im Herbst für den Orts- oder Stadtrat zu kandidieren? Vorstellen könne er es sich, sagt Lampe – aber wenn, dann weiterhin nur als Unabhängiger.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare