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Fachhochschule ändert ohne Rücksprache entscheidenden Passus / Hische verlangt Aufklärung

Kurios: die Gretchenfrage zur IGS-Befragung

Springe (ric). Es war nur ein Mitteilungspunkt der Verwaltung, doch der sorgte gestern Abend im Schulausschuss für deutliche Verwirrung: Die Fachhochschule Hannover hat die Fragestellung zur IGS-Einrichtung entscheidend und ohne Rücksprache mit der Stadt abgeändert.


„Ich hab gerade gedacht, ich guck‘ nicht richtig“, sagte Bürgermeister Jörg-Roger Hische, nachdem seine Schulfachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes erstmals die Muster zur Elternbefragung über die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule in der Deisterstadt verteilte. Die Kritik richtete sich allerdings nicht an seine Mitarbeiterin, sondern an die beauftragte Fakultät mit ihrem Professor Günter Buchholz. Anstatt „Würden Sie ihr Kind auf eine IGS in Springe schicken?“ stand plötzlich der Satz „Sind Sie für die Einrichtung einer IGS in Springe?“ auf dem grünen Zettel. SPD und Grüne beantragten eine Sitzungsunterbrechung mit dem Ergebnis, dass ihnen die neue Formulierung wohl in die Karten spielen dürfte – schließlich ist sie noch unverbindlicher, wahrscheinlich würden noch mehr Erziehungsberechtigte mit Ja stimmen. Ein Umstand, der den CDU-Vertretern im Ausschuss natürlich nicht entging: „Ein solches Angebot kann sich ja jeder wünschen, auch ohne seine Kinder dort hinzuschicken“, bemerkte Anette Henkels. Der Versuch von Rot-Grün, über die neue Fragestellung abstimmen zu lassen, scheiterte dann aber aus einem formalen Grund: „Wir sind bei den Mitteilungen, da ist kein Beschluss vorgesehen“, erklärte der Vorsitzende Heinrich Eicke (CDU).

Die Verwaltung versprach, den Ursachen auf den Grund zu gehen. „Wir werden gleich am Donnerstag Rücksprache mit der Landesschulbehörde halten“, sagte Rathauschef Hische. Anschließend soll das Problem geklärt und die endgültige Fragestellung festgelegt werden.

Wie berichtet, ist der Zeitplan für die Elternbefragung vergleichsweise eng gestrickt: Das Blatt wird samt Erklärschreiben ab 31. März an Eltern der aktuell 1049 Grundschüler und der Kindergarten-Abgänger geschickt. Die Rückumschläge an die Fachhochschule sind rückfrankiert, um repräsentative Zahlen zu erhalten. „Wir werden aber niemals 100 Prozent Rückläufer bekommen“, so Hische.

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