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Krippe, Schulgarten, Dorfkino: Viele Ideen für Völksen

VÖLKSEN. Die Kinderbetreuungsstätten in Völksen platzen aus allen Nähten. Für die Verantwortlichen, aber auch für die betroffenen Eltern, die Verwaltung und der Rat der Stadt Springe stellt der aktuelle Betreuungsmangel eine knifflige Situation dar, die eine besondere Lösung erfordert. Und kreative Ideen.

Petra Keck, Vorsitzende des Vereins Kinder leben in Völksen, moderiert die Veranstaltung in der Grundschule. Foto: Szabo

Autor:

Patricia Szabo

Um sich des Problems anzunehmen, lud der Bürgerverein „Kinder leben in Völksen“ (KliV) nun Eltern, Vereins- und Ratsmitglieder in die Aula der Christian-Flemes-Schule ein, um das Konzept eines Bildungshauses zu diskutierten.

Insgesamt rund 50 Eltern, Lehrer, Betreuer und Vertreter des Stadtrates waren der Einladung gefolgt und sammelten gemeinsam Informationen und Ideen. Den Kern der Diskussion bildete neben einer raschen Übergangslösung in Form einer temporären, mobilen Containervariante, vor allem die Idee eines Bildungshauses. Moderiert wurde die Veranstaltung von Petra Keck, Vorsitzende des KliV. Keck gab an, dass sowohl Krippe und Kindertagesstätte als auch die Christian-Flemes-Grundschule zur Zeit nicht ausreichend Betreuungsplätze anbieten könnten, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden.

Auch die Mensa der Grundschule sei inzwischen deutlich zu klein für die rund 90 Kinder, die dort täglich Mahlzeiten zu sich nehmen. Die Vorsitzende erinnerte daran, dass die Stadt Springe bis zum nächsten Kindergartenjahr 45 weitere Krippenplätze in Völksen schaffen wollte.

Die Idee hinter dem Bildungshaus sei es sowohl die Krippe, den Kindergarten als auch die Grundschule unter einem Dach unterzubringen. Auf diese Weise solle ein schlüssiges Bildungskonzept garantiert werden.

Ein Grundstück für den Bau des Bildungshauses sei zwar noch nicht vorhanden, räumte die Vorsitzende ein. Dafür brachten die Gäste zahlreiche Ideen für die Nutzung eines solchen Hauses ein. Die Vorschläge wurden nach und nach gesammelt und an Stellwänden der Schulaula präsentiert. „Wir möchten heute nicht über die Finanzierung und das Grundstück reden“, stellte Keck gegenüber den Gästen klar. Das Treffen, das unter dem Motto „Kick Off Bildungshaus“ stattfand, sollte in erster Linie dazu dienen Ideen zu sammeln. Die Vorsitzende verwies darauf, dass eine Umsetzung frühestens in vier Jahren realisierbar sei.

Vom Schulgarten über eine Lehrküche bis hin zu einem Begegnungsraum und einer Zweigstelle der Stadtverwaltung war unter den Vorschlägen aus dem Publikum alles dabei. Auch ein Dorfkino, ein Seniorencafé, eine Ortsbibliothek, ein Kultur- und Ausstellungsraum und eine Begegnungsstätte für Vereine und Verbände wurden diskutiert. Sogar das Feuerwehrhaus als Teil des Bildungshauses wurde in den Kontext miteinbezogen.

„Insgesamt ist es eine stattliche Sammlung konstruktiver Ideen, die allesamt zeigen, welches Potenzial hinter einer solchen Idee steckt und die gleichzeitig deutlich macht, an wie vielen Stellen es berechtigte Raumwünsche gibt“, kommentierte die KliV-Vorsitzende im Anschluss die Ergebnisse.

Im nächsten Schritt möchte Keck den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen im Ort verstärken. Sobald ein konkreter Bedarf und ein Grundstück ermittelt werden können, möchten die Verantwortlichen den Austausch mit dem Rat und der Stadtverwaltung intensivieren. Für die nahe Zukunft heiße es aber: Ein Schritt nach dem anderen.

Keck sprach sich zunächst für eine Übergangslösung aus, um allen Kindern eine adäquate Betreuung in Völksen bieten zu können. „Dies muss unser vornehmliches Interesse sein, denn hier geht es nicht nur um Kinderbetreuung. Hier geht es auch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine verlässliche Lebensplanung.“

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