weather-image

Krankenhaus Springe: Ende eines schwarzen Jahres

Springe. Für das Krankenhaus war es ein schwarzes Jahr – seit dem 15. September ist die Einrichtung geschlossen. Doch Ruhe kehrt nicht ein. Die Flüchtlingsunterkunft, die ab Januar startet, sorgt für viel Arbeit bei den Verantwortlichen.


Springe. Für das Krankenhaus war es ein schwarzes Jahr – seit dem 15. September ist die Einrichtung geschlossen. Doch Ruhe kehrt nicht ein. Die Flüchtlingsunterkunft, die ab Januar startet, sorgt für viel Arbeit bei den Verantwortlichen. Politik und Regionsverwaltung arbeiten weiter die Hintergründe der Schließung auf. Und die Notfallambulanz gerät immer wieder in die Diskussion. Eine Übersicht.

Der Umzug: Fragenkatalog über Fragenkatalog hatte die CDU-Regionsabgeordnete Gabriela Kohlenberg an Regionspräsident Hauke Jagau geschickt. Der arbeitet seine Hausaufgaben jetzt nach und nach ab. Gerade hat er seitenweise Fragen zur Verlagerung der Betten aus Springe nach Gehrden beantwortet – gestellt im April. Daraus geht unter anderem hervor, dass der Umzug von Springe nach Gehrden mindestens 200 000 Euro gekostet hat: So teuer war allein die Renovierung der Stationen in Gehrden, damit die Patienten aus Springe dort unterkommen konnten. Wie teuer genau der Umzug selbst war, verrät Jagau nicht. Wichtig für viele Springer: Eine mögliche Schließung der Geburtsstation in Gehrden schließt Jagau kategorisch aus.

Die Notfallambulanz: Die Einrichtung war Mitte September in der früheren Notaufnahme des Springer Krankenhauses eröffnet worden. Der Start verlief schleppend: Lediglich zehn bis zwölf Patienten wurden pro Tag registriert – zu einer Behandlung kam es in noch weniger Fällen. Zu Zeiten der alten Notaufnahme waren es täglich 35 bis 40 Fälle. Es hagelte Beschwerden von Springern, die den Dienst gerne genutzt hätten, aber das Gefühl hatten, sie würden abgewimmelt. Wie haben sich die Zahlen mittlerweile entwickelt? Die Klinikum Region Hannover lehnt es ab, nach drei Monaten erneut Daten vorzulegen: „Für eine Bilanz ist es noch zu früh“, sagt Sprecher Bernhard Koch. Dabei war bei Einführung der Ambulanz immer wieder betont worden, dass am Ende die Fallzahlen über die Zukunft der Einrichtung entscheiden werden.

Die Flüchtlingsunterkunft: In das leer stehende Krankenhaus-Gebäude sollen vermutlich schon im Januar Flüchtlinge einziehen.

Das Land hat den Komplex als Notunterkunft angemietet (zunächst 300 Personen), für eine Dauer von vier Jahren. Die Ambulanz läuft laut Vertrag erst mal nur bis Ende des Jahres 2017. Und wird auch nicht automatisch verlängert, weil sie für die Unterkunft gebraucht würde, sagt Koch: „Das hat nichts miteinander zu tun. Das sind zwei ganz unterschiedliche Verträge.“

Die Schilderfrage: Auf mehreren Wegweisern im Stadtgebiet existiert das Krankenhaus nicht mehr, einen Hinweis auf die Notfall-Ambulanz gibt es aber auch nicht. Der Stadtrat hatte in seiner Dezember-Sitzung einstimmig beschlossen, das zu ändern – auf Antrag der „Linken“ und zur Freude der Verwaltung. „Es ist in unserem Sinne, die Notfall-Ambulanz mit Leben zu füllen“, erklärt Bürgermeister-Vertreter Gerd-Dieter Walter.

Er hat mittlerweile mit der Chefin des Klinikums Region Hannover, Barbara Schulte, gesprochen, die die zuständigen Straßenbaulast-Träger informieren wollte. Dort werde er dann Anfang Januar selbst noch einmal nachhaken, verspricht Walter. Wunsch des Stadtrates ist, dass die Region Hannover als Klinik-Verantwortliche die Kosten für die Beschilderung übernimmt. Notfalls werde aber auch die Stadt in die Bresche springen, sagt Walter: „Das Ganze soll nicht am Geld scheitern.“

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare