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Bei der Juniorwahl im Gymnasium geben mehr als 700 Schüler ihre Stimmen ab

Klicks statt Kreuze

Springe. Wenn die Begeisterung und Vorfreude bei den echten Wahlen genauso groß wäre, müsste sich die Politik keine Sorgen mehr über die Beteiligung am kommenden Sonntag machen: Im Otto-Hahn-Gymnasium spielen seit gestern bis Freitag mehr als 700 Schüler einen demokratischen Prozess durch. Die Juniorwahl soll die Jugend motivieren, mitzumischen.

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Autor:

Markus Richter

Marius, Luis und Nico sind allesamt 14 und damit noch vier Jahre davon entfernt, ihre Stimmen für den Bundestag abzugeben. Bei der Juniorwahl dürfen es die Achtklässler hingehen – genauso wie ihre Mitschüler bis zum zwölften Jahrgang. „Dabei wird spielerisch Demokratie gelernt“, sagt Nadine Rische. Als Fachobfrau Politik koordiniert sie das Projekt, das den Springer Beitrag zum bundesweit größten Nachwuchs-Wahlprojekt darstellt. Am Anfang steht die intensive Vorbereitung im Unterricht. Je nach Jahrgangsstufe tauchen die Gymnasiasten tiefer in die Materie ein, lernen den politischen Aufbau der Politik, nehmen sich Parteiprogramme vor, lernen etwas über die Spitzenpolitiker. Und im Unterricht bekommen sie einen Benachrichtigungsschein, der zusammen mit einem Ausweis vorgelegt werden muss, um diese Woche abstimmen zu können.

Ein Computerraum im Schulzentrum dient als Wahllokal, in dem nicht nur während der Pausen Hochbetrieb herrscht. Drei Kabinen sind aufgestellt. Bevor es rein geht, stellen Wahlhelfer die Identität ihrer Mitschüler fest, haken die Namen im Verzeichnis ab. Was danach kommt, ist ein bisschen anders als in echt: Gewählt wird online. Mit Zugangscode und Pin-Nummer legitimieren sich die Jugendlichen und machen dann zwei Häkchen. Um die richtige Wahl nicht zu beeinflussen, wird das bundesweite Ergebnis erst am Sonntagabend nach 18 Uhr im Internet bekannt gegeben.

„Gerade für die Jüngeren ist das Ganze spannend“, weiß Lehrerin Rische. Zuletzt wurde im Januar die Landtagswahl simuliert. Eine Kommunalwahl sei allerdings zu aufwendig.

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