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Kita-Ausbaupläne für Gestorf auf Eis gelegt

GESTORF. Rückschlag im Kampf um weitere Kita-Plätze: Die Ausbaupläne der Stadt für Gestorf liegen zunächst auf Eis. Als Grund gibt die Stadt an, das DRK als Träger der Einrichtung könne nicht ausreichend Personal zur Verfügung stellen, um zwei Gruppen zu betreiben. Das DRK stellt die Situation etwas anders dar.

Langer Weg zum Ausbau: Die Stadt will in der Kita Gestorf zwei neue Gruppen schaffen – das DRK offenbar nur eine. FOTO: ACKERMANN
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Eine „große Lösung“ mit Containern für den Übergang und einem Neubau zwischen Schule und Kita sei in jedem Fall erst mal ausgebremst, so Vize-Rathauschef Clemens Gebauer. Nun wolle man versuchen, zumindest eine „kleine Lösung“ zu realisieren – in Form eines Anbaus an die Kindertagesstätte, die im Besitz des Roten Kreuzes ist. Doch selbst dieser Schritt sei eine Herausforderung – unter anderem wegen der Grundstückssituation rund um das Gebäude.

Die Stadt hatte ursprünglich geplant, auf einer eigenen Fläche zwei Gruppenräume zu errichten, damit Kita und Grundschule zu verbinden und so eine Art Bildungshaus zu schaffen.

Die Gespräche darüber waren zwischenzeitlich so weit vorangeschritten, dass die Stadt Geld für das Projekt in den Haushalt für 2018 eingestellt hatte. Um so größer war nun die Überraschung über die Probleme, die bei einem Gespräch im Januar erstmals aufgetreten seien. „Das ist das erste Mal, dass uns der Fachkräftemängel in so einer Form ausbremst“, sagt Gebauer. Darüber hinaus seien ihm aber keine derart akuten Personalprobleme bei den Kitas im Stadtgebiet bekannt.

Das DRK selbst bestätigt die Probleme auf Anfrage so nicht. Es sei zwar allgemein eine „Herausforderung“, Fachkräfte für Kindertagesstätten zu bekommen: „Da ist Gestorf keine Ausnahme“, sagt eine Sprecherin. Dennoch sehe man momentan bei den Eltern gar keinen Bedarf für die von der Stadt gewünschten zwei Gruppen – sondern nur für eine. Wie diese umgesetzt werden könne, wolle man nun gemeinsam mit der Verwaltung klären: „Wir unterstützen die Stadt“, versichert die Sprecherin.

Weitere Gespräche zwischen Stadt und Kita sollen zeigen, wie es in Gestorf weitergehen kann. „Es nützt uns ja nichts, wenn wir dort mit großem Engagement Geld ausgeben, aber das Personal ist nicht da, um die Räume auch zu nutzen“, sagt Gebauer. Das DRK habe von sich aus eine weitere Möglichkeit ins Spiel gebracht – diese sei aber aus seiner Sicht „eher auf eine Verkürzung als auf eine Erweiterung des Angebots“ hinausgelaufen und daher von der Stadt abgelehnt worden.

Information

In Altenhagen I gibt es nach Angaben der Stadt Überlegungen der Kirchengemeinde, in deren eigenen Räumen übergangsweise eine weitere Gruppe zu schaffen, um damit die Kindertagesstätte zu erweitern.

Die St.-Vincenz-Gemeinde betreibt in Altenhagen I direkt nebenan im ehemaligen Schulgebäude auch die neue Krippe für Unter-Dreijährige. „Ein Votum des Kirchenvorstands steht zu der Erweiterung noch aus“, sagt der stellvertretende Rathauschef Clemens Gebauer.

Weniger Handlungsbedarf sieht die Stadt laut Gebauer momentan in Eldagsen. Auch in der Kernstadt gebe es mittel- und langfristige Pläne, weitere Kitaplätze zu schaffen.

Die Stadt hofft hier, Kapazitäten zu erhalten, wenn Eltern aus den Ortsteilen künftig direkt bei sich vor Ort Plätze bekommen können und nicht mehr ausweichen müssen. Wenn sich kurzfristige Möglichkeiten in der Kernstadt ergeben, müsse man sich diese anschauen, so Gebauer weiter.

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